Bild: Nike Laurenz
Jan-Christoph Gockel (33) – Regisseur am Staatstheater Mainz

Jan-Christoph arbeitet als Regisseur am Staatstheater in Mainz und gehört mit zur Schauspielleitung des Hauses. Zuletzt inszenierte er das Stück "Ramstein Airbase: Game of Drones", in dem es um den umstrittenen Einsatz von Kampfdrohnen geht. Das Staatstheater versucht regelmäßig, rheinland-pfälzsiche Themen aufzubereiten.

Im November 2015 hielt die AfD eine Kundgebung auf dem Vorplatz des Theaters ab. Als wir davon erfuhren, planten wir eine Aktion: Wir versammelten wir uns im Foyer des Hauptgebäudes und sangen neunmal hintereinander Beethovens „Ode an Freude“, ziemlich laut. 120 Leute waren dabei, über ein Viertel der Mitarbeiter sind an dem Abend freiwillig gekommen. Wir haben so einen Krach gemacht, dass die Kundgebung immer wieder unterbrochen werden musste.
Den Leuten auf dem Vorplatz hat das natürlich nicht gefallen. Ich glaube, das lag weniger an unserer Lautstärke, sondern vielmehr an dem Inhalt des Liedes: Wir sangen „Alle Menschen werden Brüder“, stellten das den Parolen entgegen, die über den Platz wehten. Die Polizei hat dann irgendwann durchgesagt, dass wir bitte mit dem Singen aufhören sollen.
In Folge dessen gab es viele Reaktionen – die sich vor allem an uns als kulturelle Einrichtung richteten. Es gab sehr positive Reaktionen, aber auch einige Hassmails und -anrufe. Da gab es richtig wüste Beschimpfungen. Von uns war das eine durchaus politische Aktion – aber sie sagte dann eben auch viel aus über das Verhältnis zwischen AfD und Künstlern und Kulturschaffenden.
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