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Die Polizei hat Notstand – und im Schnellverfahren ausgebildete "Wachpolizisten" sollen es richten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière findet die Idee gut ("Rheinischen Post"), in Sachsen sind Wachpolizisten schon im Einsatz. Auch in Berlin und Hessen patrouillieren sie schon.

Haben wir bald an jeder Ecke Hobbypolizisten? Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Was genau sind Wachpolizisten?

Die Wachpolizei ist eine eigene Abteilung innerhalb der Polizeibehörden und soll vor allem die Polizeibeamten entlasten. Wer Wachpolizist wird, ist normaler Angestellter und kein Beamter. In Sachsen und Hessen wird dieses Model "Wachpolizist" genannt. Berlin formuliert es bürokratischer: Zentraler Objektschutz (ZOS).

Welche Befugnisse ein Wachpolizist genau hat, regeln die Bundesländer in eigenen, unterschiedlichen Landesgesetzen: In Berlin helfen Wachpolizisten unter anderem bei Gefangenentransporten, in Hessen laufen Wachpolizisten Streife, schützen Konsulate und führen Geschwindigkeitskontrollen ("Blitzer") durch. In Sachsen bewachen die Hilfspolizisten Flüchtlingsunterkünfte und führen Abschiebungen durch.

Wie wird man Wachpolizist?

Die Kriterien sind von Land zu Land unterschiedlich, aber im Allgemeinen ähnlich. Das hier sind die Bestimmungen für Sachsen:

  • Man darf man keine Vorstrafen haben.
  • Man muss außerdem die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit haben.
  • Dazu kommen andere Kriterien wie Mindestgröße (160 cm), Mindestalter (zwischen 20 und 33 Jahren) und keine sichtbaren Tätowierungen oder Piercings.
  • Mindestens Realschul- oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung ist Pflicht.
  • Außerdem "geordnete wirtschaftliche Verhältnisse", also keine Schulden.
  • Und Anwärter müssen das Grundgesetz bedingungslos anerkennen und einen Sporttest bestehen.
Haben Wachpolizisten eine Waffe?

Ja. Schusswaffen dürfen sowohl Wachpolizisten als auch normale Polizeibeamte tragen. Laut dem sächsischen Innenministerium haben beide gleichviel Übung an Waffe, beide verbringen gleichviel Zeit auf dem Schießstand. Ob es klug ist, jemandem nach drei Monaten Training eine Schusswaffe zu geben, obwohl er eigentlich nur die Polizei unterstützen soll, ist fraglich.

Wie unterscheidet sich die Ausbildung zum normalen Polizisten?

Die Ausbildung dauert bei einem Wachpolizisten drei Monate – bei einem Polizeibeamten zweieinhalb Jahre. Trotzdem kein Qualitätsproblem, meint Stefan Walther von der Polizei Sachsen. Ein Wachpolizist habe viel weniger Aufgaben, sagte er zu bento, brauche also auch nur eine kürzere Ausbildung.

Im praktischen Teil wird unter anderem der Umgang mit der Waffe geübt, der theoretische Teil besteht vor allem aus Rechtskenntnissen. Also den Fragen: Was darf der Wachpolizist und was nicht?

Nach einer zweijährigen Dienstzeit können Wachpolizisten übrigens mit einer verkürzten Ausbildung in den "richtigen" Polizeidienst wechseln.

Brauchen wir überhaupt Wachpolizisten?

Die Polizei sagt: ja. Die aktuelle Kriminalstatistik zeigt fünf Prozent mehr Straftaten, die Einbruchsstatistik sogar zehn Prozent mehr Einbrüche (SPIEGEL ONLINE). Die Wachpolizisten könnten aus Sicht des Innenministeriums die Polizeibeamten entlasten.

Kritiker hingegen fürchten, dass viele der rasch ausgebildeten Polizisten nicht qualifiziert genug sind, um Aufgaben wie die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften zu übernehmen. Auch die Eignung der Anwärter könne nicht ausreichend überprüft werden. Zumindest die Polizei Sachsen sieht das nicht als Problem: Bei der Einstellung gebe es Charaktertests.

Lass uns Freunde werden!


Haha

Dinge, die du nur kennst, wenn du zum Public Viewing gehst
Alter, nimm deine Fahne da weg!
Vorher jedes Mal das Gleiche: Du wühlst im Schrank und suchst verzweifelt nach deinem Trikot von 2006.