Bild: Pixabay/VW; Montage: bento

Wie schädlich sind eigentlich Autoabgase? Sehr schädlich – das sollte eigentlich jedem klar sein. Forscher des Autokonzerns VW wollten es aber offenbar genauer wissen:

In einem Testlabor in den USA sollen deshalb Affen stundenlang Abgase eines VW Beetle eingeatmet haben.

Über diese gruselige Praxis berichtete nun der Wissenschaftler Jake McDonald im Rahmen der US-Ermittlungen zum VW-Skandal. VW widerspricht den Darstellungen der Tierquälerei nicht. (New York Times)

VW steckt seit Jahren in der Krise. Der Autokonzern soll bei Abgasen manipuliert haben, in den USA steht VW wegen der Tricksereien vor Gericht. Während der Verhandlungen kamen nun die Affen-Experimente ans Licht.

Hintergrund – Darum geht es bei der Diesel-Affäre:
Die Diesel-Affäre – oder Abgasaffäre – begann im September 2015. Damals wurde bekannt, dass VW eine Schummeleinrichtung für Abgaswerte verwendete.
Diese sollte niedrigere Ausstoßwerte bei Diesel-Autos anzeigen – doch der Betrug flog in den USA auf.
Enthüllungen des SPIEGEL vom Juli 2017 zeigten: Die deutschen Autobauer VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler haben wohl bei einer Reihe von Technikstandards Absprachen getroffen.
Dabei soll es neben der Technik auch um Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge gegangen sein.
Nun hat die Bundesregierung die Autohersteller zu einem Dieselgipfel eingeladen. Das Ergebnis: Fünf Millionen Autos müssen umgerüstet werden.
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Was hat es nun mit den Tierexperimenten auf sich?

Sie werden "Albuquerque Monkey Test" genannt und wurden 2014 in einem Labor in New Mexico durchgeführt. Der Wissenschaftler Jake McDonald war als Studienleiter eingeteilt, jetzt hat er vor Gericht ausgesagt.

  • Zehn Affen atmeten stundenlang Abgase eines VW-Beetles ein, während ihnen zur Beruhigung Zeichentrickfilme gezeigt werden. 
  • "Sie mochten es, Cartoons zu gucken", sagte McDonald dem Verhörprotokoll zufolge über die Affen. 
  • Die Tests sollten beweisen, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. 
  • Ursprünglich sollte mit Menschen getestet werden. Nachdem herauskam, dass Dieselabgase krebserregend sind, schlug VW Affen vor.
  • Tatsächlich wurden die Autos jedoch manipuliert – die sowieso grausamen Tests konnten also nicht mal Erkenntnisse liefern.
Sind Tierversuche nicht eigentlich verboten?

Nein. Für Forschungszwecke und in der Medizin dürfen Versuche an Tieren durchgeführt werden, in Deutschland regelt das das Tierschutzgesetz. Es gilt als eines der strengsten Gesetze weltweit. Für Affen gelten allerdings Sonderregeln: An Menschenaffen sind Versuche europaweit verboten, andere Affenarten dürfen aber für Tests verwendet werden, wenn sich keine bessere Möglichkeit findet (EU).

In den USA gibt es keine solchen strengen Regeln, Affen werden nicht besonders geschützt. Lediglich der "Animal Welfare Act" von 1966 regelt die Behandlung von Tieren in der Forschung. Das Gesetz gibt den Forschern weitreichende Freiheiten, was sie mit Tieren anstellen können. (USA)

Wie reagiert VW?

Der Autokonzern widerspricht den Darstellungen des Wissenschaftlers nicht. Auf Nachfrage hieß es, die Kritik an der Studie werde man "sehr ernst" nehmen. (ZDF)

Was sagen andere Autokonzerne?

Die gingen rasch auf Abstand. Sowohl Daimler wie BMW beteuerten, selbst keine Tierversuche durchzuführen und auch nicht an der Affen-Studie mitgewirkt zu haben. Die Unternehmen sagen allerdings nicht, ob sie zum damaligen Zeitpunkt von den Experimenten wussten. 

Alle Autokonzerne arbeiteten laut SPIEGEL-Informationen eng zusammen – und haben sich in vielen Fragen heimlich abgesprochen (bento).


Gerechtigkeit

Deutlich mehr sexuelle Belästigung in der Bundeswehr gemeldet

Im vergangenen Jahr wurden in der Bundeswehr insgesamt 234 Fälle von sexueller Belästigung oder Übergriffen gemeldet. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Anstieg der Verdachtsfälle von 80 Prozent. (Tagesschau)

Die Vorkommnisse decken Vergewaltigungen wie auch Belästigungen ab: Laut einem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wurden Situationen vom Zuwerfen eines Kusses oder dem Berühren eines Oberschenkels bis hin zu Übergriffen gemeldet. Unter den Meldungen sind insgesamt 14 Vergewaltigungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr.