Bild: dpa/Massimo Percossi
Eine junge Rechtsanwältin könnte die erste Bürgermeisterin der Stadt werden.
Was ist passiert?

Zum ersten Mal könnte eine Frau Rom regieren. Virginia Raggi, 37, hat die erste Runde der Bürgermeisterwahlen in Rom gewonnen.

Die Kandidatin der italienischen Protestpartei "Fünf-Sterne-Bewegung" erhielt 35 Prozent der Stimmen und gewann mit klarem Vorsprung vor dem Kandidaten des italienischen Ministerpräsidenten Renzi, Roberto Giachetti. (SPIEGEL ONLINE)

Die beiden treten nun bei den Stichwahlen am 19. Juni gegeneinander an, Virginia Raggi hat gute Chancen, auch die zu gewinnen.

„Wir wollen der Stadt ihren Glanz zurückgeben.“
Virginia Raggi
Warum ist das wichtig?
  • Rom gilt als unregierbar, ausgerechnet Virginia Raggi, eine Rechtsanwältin ohne viel politische Erfahrung will nun die Verwaltung der Stadt modernisieren. Das ist dringend nötig: Die italienische Hauptstadt versinkt in Korruption – und Müll: Nicht einmal die Abfallentsorgung funktioniert.
  • Seit Ende 2015 wird Rom kommissarisch regiert, weil der damalige Bürgermeister wegen eines Spesenskandals zurücktrat. Die Römer sind genervt und empört. Auch deshalb stimmten so viele für Raggi.
Was bedeutet Raggis Siegeszug für ihre Partei?
  • Die "Fünf-Sterne-Bewegung" des Komikers Beppe Grillo hat Raggi aufgestellt. Sie verspricht mehr Transparanz, verortet sich selbst weder als links noch als rechts – und tritt bisweilen populistisch auf. Das Motto: Weg mit dem alten System, weg mit den traditionellen korrupten Parteien. Dazwischen streut der Parteichef Grillo immer wieder ein paar ausländerfeindliche Sprüche ein. So macht seine Partei Stimmung mit der Angst vor einer Einwanderern, die vermeintlich "biblische", Krankheiten und Kriminalität einschleppen würden. (SPIEGEL ONLINE)
  • Virginia Raggi ist der neue Star der Partei. Wenn sie Rom wirklich zu altem Glanz verhilft, würde das der Partei auch landesweit helfen.
Was muss man über Virginia Raggi wissen?
(Bild: dpa/Alessandro Di Meo)
  • Die Rechtsanwältin hatte noch nie ein wichtiges politisches Amt inne. Besonders in Rom könnte das ein Problem sein. Wirklichen Einfluss hat dort nur, wer die bisweilen mafiösen Strukturen der italienischen Hauptstadt kennt und für sich zu nutzen weiß. (FAZ)
  • Sie wurde von ihrer Partei in einer Online-Abstimmung zur Kandidatin gekürt. Der Einfluss der "Fünf-Sterne-Bewegung" auf sie ist groß: Raggi hat wie alle Kandidaten der "5-Sterne-Bewegung" einen Vertrag unterschrieben, der eine Strafe vorsieht, falls sie die Reputation ihrer Partei beschädigt. (El Periodico)
  • In ihren Reden kämpft sie gegen das Establishment, tatsächlich hat sie mit der traditionellen Klüngelei der alten Männer in Rom wenig zu tun. (El Periodico)
  • Im Wahlkampf tritt Raggi bewusst zurückhaltend auf. Morgens steht sie mit ihrem Fiat genauso im Stau wie so viele Römer. "Die wahre Revolution in Rom ist Normalität", sagte sie dem SPIEGEL. Es reiche völlig, die bestehenden Regeln anzuwenden, neue brauche es daher nicht.

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Video vom Tornado:"Das ist doch nur Regen, Schatz"
Daniel und seine Freundin filmten aus dem Auto zwei Tornados in Schleswig-Holstein.

Eigentlich müsste ihn Wind ziemlich nerven. Als Veranstaltungskaufmann arbeitet Daniel Thomsen aus Silberstedt bei einem Festzeltverleih. Doch als er auf dem Heimweg mit seiner Freundin einen Zwillingstornado mitten in Schleswig-Holstein erspähte, konnte der 24-Jährige nicht mehr an sich halten.

Mit seiner Handykamera filmte er das Treffen der beiden Tornados auf einem Acker vor Schuby. Zwischendurch stieg er immer wieder aus dem Auto aus, um einen besseren Blick zu ergattern. Während seine Freundin am Steuer des Wagens immer nervöser wurde, filmte Daniel weiter – und neben dem Sturm vor der Windschutzscheibe zog ein weiterer dahinter auf.