Bild: Patrick Seeger/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Zum dritten Mal in Folge sind 2017 weltweit mehr Waffen verkauft worden. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri verkauften die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt im vergangenen Jahr Waffen- und Militärdienste im Wert von 398,2 Milliarden Dollar (350 Milliarden Euro) – 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Weshalb nimmt der Verkauf von Waffen zu?

Für die Expertinnen und Experten von Sipri kommt die Entwicklung nicht unerwartet. "Viele Länder modernisieren ihre Waffensysteme. Das ist seit langem geplant und geht über einen langen Zeitraum", sagte Aude Fleurant. Die Spannungen in bestimmten Ländern und Regionen hätten zudem die Nachfrage nach moderneren Systemen steigen lassen. 

Die Forderungen der USA, dass die europäischen Länder mehr Geld in die Verteidigung investieren sollten, sei an den Daten aber noch nicht ablesbar.

Welche Länder sind die größten Waffenproduzenten?

Mit großem Abstand an der Spitze stehen die USA: Sie haben ihre Verkäufe um zwei Prozent gesteigert und stehen jetzt mit 57 Prozent aller weltweiten Waffenverkäufe ganz oben. Russische Konzerne steigerten die Produktion um 8,5 Prozent und sind mit 9,5 Prozent der zweitgrößte Waffenproduzent. Danach folgen Großbritannien und Frankreich. 

Deutschland steht an achter Stelle, die vier deutschen Rüstungskonzerne steigerten aber ihre Produktion 2017 um zehn Prozent. Damit liegt ihr Anteil weltweit bei 2,1 Prozent.

Welche Entwicklungen gibt es außerdem?

  • Aude Fleurant von Sipri betrachtet die steigenden Ausgaben Russlands mit Sorge: "Es gibt zunehmend Spannungen zwischen den USA und Russland, und das kann zu erhöhten Ausgaben für den Waffenerwerb führen", sagte Fleurant. Laut dem Bericht sind die Waffenverkäufe Russlands seit 2011 gestiegen.
  • Die Waffenverkäufe türkischer Unternehmen stiegen 2017 um 24 Prozent – laut Sipri-Forscher Peter Wezeman spiegele das die Ambitionen der Türkei wider, ihre Rüstungsindustrie auszubauen, auch um von ausländischen Zulieferern unabhängig zu werden.
  • Deutschland hatte nach der Tötung des regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi mit einem vollständigen Stopp der Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien reagiert. Doch der Rüstungskonzern Rheinmetall beliefert das Land offenbar weiterhin mit Munition – über Tochterfirmen in Italien und Südafrika. Ein Rheinmetall-Vorstand habe Mitte November in einer Telefonkonferenz mit Bankanalysten versichert, die Lieferungen seien vom Exportstopp nicht betroffen, berichteten der "Stern" und "Report München" zuletzt.

Mit Material von dpa


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Bahn-Streik: Was du wissen musst, wenn du verreisen willst
Der Fernverkehr wurde am Morgen komplett eingestellt.

In ganz Deutschland kommt es am Montag zu Zugausfällen und Verspätungen bei der Deutschen Bahn, im Fernverkehr geht am Vormittag gar nichts. Der Grund: Bahnmitarbeiterinnen und -mitarbeiter streiken. Am frühen Morgen legten sie ihre Arbeit nieder, um 9 Uhr wurde der Streik beendet. Mit Einschränkungen ist aber wohl den ganzen Tag zu rechnen, vor allem im Fernverkehr. 

Weshalb wird bei der Bahn gestreikt?

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verlangt mehr Geld für die rund 160.000 Beschäftigten der Bahn. Weil der Konzern in dem Tarifkonflikt aus ihrer Sicht nicht weit genug auf die Forderungen einging, brach die EVG die Verhandlungen am Samstag ab. Mit dem Warnstreik soll jetzt mehr Druck auf die Bahn ausgeübt werden.

Was mache ich, wenn ich heute mit der Bahn verreisen wollte?

Im Fernverkehr ging bis 9 Uhr gar nichts, in Bayern wurde auch der Regionalverkehr bis dahin komplett eingestellt. In Nordrhein-Westfalen gab es hier ebenfalls starke Einschränkungen. Bis sich der Zugverkehr wieder normalisiert dauert es aber wohl noch den ganzen Tag. Die Bahn empfahl, sich online vor dem geplanten Reiseantritt über die Verbindung zu informieren, etwa im Reisenavigator.

Wenn du schon ein Ticket mit Zugbindung hast, dann kannst du damit heute auch andere Züge nehmen oder die Reise auf Dienstag verschieben – laut Bahn kannst du es auch dann noch flexibel nutzen. Wenn du deine Fahrt lieber gleich stornieren willst, dann kannst du hier ein Erstattungsformular ausfüllen.