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Welche Gruppe am gefährlichsten ist.

In Deutschland gibt es immer mehr sogenannte Reichsbürger. Und diese sind sowohl zum Teil zu "schwersten Gewalttaten" bereit – als auch mit der rechtsextremen Szene verknüpft. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse des neuen Verfassungsschutzberichts 2017.

Der Bericht wird einmal im Jahr erstellt und untersucht unter anderem das islamistische, rechtsextreme und linksextreme Milieu in Deutschland. Er lag bereits seit mehreren Wochen vor, wurde aber erst jetzt von Innenminister Horst Seehofer und dem Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen vorgestellt.

Der Grund für die Verzögerung: Seehofers Asylstreit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ bisher keine Zeit für den Termin.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Verfassungsschutzbericht 2017:

1

Reichsbürger

  • Die Szene hat starken Zulauf. Der Verfassungsschutz geht bundesweit von rund 16.500 Personen aus, darunter 900 Rechtsextremisten. 2016 waren es etwa 3700 Menschen weniger. 
  • Rund drei Viertel der Mitglieder sind männlich und älter als 40 Jahre. Der Verfassungsschutz stuft sie als "staatsfeindlich und extremistisch" ein.
  • Der Gruppe wird eine "hohe Affinität zu Waffen" zugeschrieben, viele seien militant und aggressiv.

Reichsbürger – und auch "Selbstverwalter" – sind Menschen, die den deutschen Staat nicht anerkennen und sich weiterhin auf das historische Deutsche Reich berufen. Viele glauben an Verschwörungstheorien, einige bewaffnen sich und bedrohen gar Beamte. 

Der Verfassungsschutz erklärt den hohen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit der stärkeren Beobachtung der Gruppe. Bisher hatten die Geheimdienstler kein besonderes Augenmerk auf die Gruppe gelegt.

2

Islamisten

  • Erstmals gibt es in Deutschland mehr als 10.000 Salafisten, nämlich ganze 10.800. Salafisten sind Muslime, die den Koran radikal auslegen – einige neigen zu Gewalt. Im Jahr 2016 waren es noch 9700 Salafisten gewesen. 2012 hatte der Verfassungsschutz lediglich 4500 Salafisten registriert.
  • Nicht alle Salafisten sind jedoch gewaltbereit. Das Potenzial "islamistisch-terroristischer Personen" liegt demnach bei 1880 Menschen.
  • Die Zahl der islamistischen Gefährder ist noch geringer, sie liegt laut Bericht derzeit bei rund 775. Aber: Im Vorjahr waren es nur 500.  

Als Gefährder gelten Islamisten, denen zugetraut wird, eine Gewalttat zu begehen. Sie glauben also nicht nur an eine radikale Auslegung des Islam, wie zum Beispiel Salafisten, sondern wollen diese auch mit allen Mitteln umsetzen.

3

Rechtsextreme

  • Der Verfassungsschutz zählt aktuell rund 24.000 Rechtsextremisten in Deutschland. Ein leichter Anstieg: 2016 waren es noch rund 23.100 Menschen.
  • Die Zahl der Neonazis, also jener, die einen totalitären Staat nach Vorbild des Dritten Reichs aufbauen wollen, ist gestiegen – von 5800 auf etwa 6000.
  • Die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten ist 2017 hingegen um 35 Prozent zurückgegangen – aber das Gewaltpotenzial der Rechten sei weiterhin extrem hoch.

Der Verfassungsschutz erklärt den Rückgang der Gewalttaten mit einer Änderung der Unterbringung von Flüchtlingen. Mehr werden nun in Sammelunterkünften einquartiert – entsprechend gibt es deutlich weniger Einzelunterkünfte, die angegriffen werden.

4

Linksextreme

  • Die Zahl der Linksextremen hat im vergangenen Jahr um etwa 1000 Personen zugenommen – auf aktuell 29.500 Menschen. 
  • Davon hält der Verfassungsschutz etwa 9000 für gewaltorientiert.
  • Die Zahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten stieg im Jahr 2017 um mehr als ein Drittel. Dabei handelt es sich vor allem um Angriffe rund um den G20-Gipfel in Hamburg vom vergangenem Sommer.

Dass die Zahl der Linksextremisten wieder zugenommen hat, hängt nach Ansicht der Experten vom Verfassungsschutz mit der stärker werdenden AfD zusammen. Sie ist für viele Extremisten des linken Spektrums ein Feindbild – also würden sie sich wieder stärker engagieren.


Haha

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Es gibt ja das weit verbreitete Klischee, dass im Informatik-Bereich hauptsächlich Nerds arbeiten. Für diese gibt es auch schon zahlreiche Musikgenres: Von Nintendocore über Geek Rock und dem Untergenre Time Lord Rock (in den Texten geht es dann nur um "Doctor Who") bis hin zu Nerdcore. In jeglicher Geschmacksrichtung scheint es Künstlerinnen und Künstler zu geben, die das Nerd-Hertz (haha) höher schlagen lassen.