Verena Bogner arbeitet als Redakteurin bei Vice Alps. Die Journalistin lebt in Wien. @verenabgnr auf Twitter. Hier antwortet sie auf Hass-Kommentare:
"Richtig kleines Fötzchen bist du.“

Verena: Anfangs fand ich es spannend, was Menschen posten und habe jeden Artikel beobachtet. Das war fast einer meiner Lieblingskommentare bisher. Der Autor war verärgert, hat es dann aber doch nicht übers Herz gebracht, mich "Fotze“ zu nennen. "Fötzchen“ klingt da schon fast ein bisschen süß, vor allem im Vergleich zu anderen Hass-Nachrichten.

Von "Häng dich weg“ bis "Werd lieber Nutte" war da so ziemlich alles dabei.

In der ersten Zeit kann einen das schon fertig machen. Man gewöhnt sich aber daran—obwohl man sich an sowas nicht gewöhnen müssen sollte. Die Diskussionskultur im Internet ist unter aller Sau und das bekommt man als Frau, die in der Öffentlichkeit steht und sich durch das Aussprechen ihrer Meinung angreifbar macht, desöfteren zu spüren.

"Ich würde dich bangen, aber nur um dich vom Artikelschreiben abzuhalten."

Verrena: Okay. Wenn ich sagen würde, dass mich solche Kommentare nicht manchmal treffen, wäre das gelogen. Als erste Trotz- und/oder Hassreaktion von Männern immer sofort auf sein Geschlecht reduziert zu werden, ist schlicht und einfach beschissen – man lernt aber zu kontern oder sieht ein, dass solche Meldungen nichts mit konstruktiver Kritik zu tun haben. Untergriffige Beleidigungen sind online genauso wenig OK sind wie im echten Leben.

Die beste Strategie?

Verrena: Konsequent ignorieren und den Kommentatoren keine zusätzliche Angriffsfläche bieten oder ihnen höflich antworten und sie so vor den Kopf stoßen. Dabei achte ich besonders darauf, dass ich sachlich bleibe und nicht auf dem selben Niveau, das ich bei ihnen kritisiere, zurück schieße.

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