Bild: dpa/Mauri Ratilainen;EPA/Andrew Gombert; Montage: bento
Die US-Demokraten sollen von russischen Hackern angegriffen worden sein.
Worum geht es?

Die Plattform WikiLeaks hat fast 20.000 interne E-Mails der US-Demokraten veröffentlicht (Datenpaket bei Wikileaks). Darunter sind vor allem Nachrichten der sieben einflussreichsten Mitarbeiter von Hillary Clinton, die als erste Frau in der Geschichte der Demokraten fürs Präsidentenamt nominiert werden könnte.

Zahlreiche Mails belegen, dass die Parteiführung im Vorwahlkampf Hillary Clinton bevorzugt und Konkurrent Bernie Sanders sabotiert haben soll – unter anderem wegen seines jüdischen Glaubens.

Außerdem zeigen die Mails

  • wie viel Geld Menschen spenden müssen, um sich mit Clinton im Wahlkampf auf dem Podium fotografieren zu lassen,
  • welche Informationen die Partei gezielt an Journalisten weitergegeben hat,
  • wie über Donald Trump hergezogen wurde: “Trump has no core”. Er sei ein “bad businessman” (heise.de).

Wer hat Wikileaks die Daten zugespielt? Über diese Frage spekulieren die Demokraten. Clintons Wahlkampfchef Robby Mook geht davon aus, dass die E-Mails "von den Russen" geleakt worden seien, um Trump zu unterstützen. Auch US-Medien behaupten, dass dahinter zwei russische Geheimdienste stecken könnten (SPIEGEL ONLINE).

Diese Politiker haben sich auf das Präsidentenamt beworben:
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Wie haben die Demokraten auf dem Parteitag reagiert?

Nach den Veröffentlichungen kündigte die Parteichefin Debbie Wassermann Schultz ihren Rücktritt an. Außerdem entschuldigte sich die Parteispitze (DNC) zu Beginn des Parteitags in Philadelphia bei Bernie Sanders:

"Im Namen aller im Nationalen Komitee der Demokraten möchten wir eine tiefgreifende und aufrichtige Entschuldigung anbieten, an Senator Sanders, seine Anhänger und die gesamte demokratische Partei, für die unentschuldbaren Bemerkungen in E-Mails."

Für Hillary Clinton war das kein gelungener Auftakt. Viele Sanders-Anhänger, die bereits den Vorwahlsieg Clintons nicht anerkennen wollten, fühlen sich jetzt bestärkt. "We won’t vote for Hillary", grölten sie.

Wie kam es zu den Veröffentlichungen?

Bereits Mitte Juni hatten Hacker Daten des DNC abgeschöpft. Nach Recherchen von "Washington Post" handelte es sich bei den Angreifern um russische Staatshacker. Die Zeitung beruft sich auf Informationen von US-Beamten und Sicherheitsexperten. Russland bestritt die Anschuldigungen.

WikiLeaks veröffentlichte seine Daten am vergangenen Freitag – unmittelbar vor Beginn des Parteitages der Demokraten und knapp sechs Wochen nach dem Hack der DNC-Server. Woher das Datenpaket kommt, verraten die WikiLeaks-Macher allerdings nicht.

Das Wahlkampfbüro Hillary Clintons sprach am Sonntag davon, die russische Regierung habe die Daten abgeschöpft ("The Washington Post"), um die Demokraten zu schwächen und somit den republikanischen Kandidaten Donald Trump zu unterstützen. WikiLeaks-Gründer Julian Assange bestritt die Anschuldigungen am Montag: "Well, there is no proof of that whatsoever. [...] This is a diversion that's being pushed by the Hillary Clinton campaign." (NBC)

Wie wahrscheinlich ist eine Einflussnahme Putins?

Laut den Recherchen von "Washington Post" sprechen diese Punkte für eine fremde Beteiligung:

  • Bereits am vergangenen Donnerstag hatte sich das Weiße Haus mit dem Hack beschäftigt. Vertreter verschiedener Geheimdienste, darunter das FBI und die "Homeland Security", kamen zum Treffen. Ermittlungen wurden eingeleitet ("Die Zeit"). Die USA nahmen den Hack also ernst, es sei demnach keine reine Parteiaffäre.
  • Die unabhängige IT-Firma CrowdStrike beschäftigt sich mit Cyber-Sicherheit und sicherte die DNC-Server nach dem Hack. Sie behauptet, es gebe Spuren, die zu zwei russischen Hackergruppen führen. Eine Gruppe, hinter der der russische Geheimdienst FSB stecken soll, habe bereits seit Sommer 2015 Zugriff auf den Server gehabt ("Motherboard"). Die konkurrierenden IT-Firmen Mandiant und Fidelis halten die Anschuldigungen für richtig. (Den ausführlichen Bericht von CrowdStrike über die mutmaßlichen Verbindungen der Hackergruppen zu russischen Geheimdiensten findet ihr hier.)
  • Der Sicherheitsexperte Thomas Rid vom Londoner King's College gab an, mit einer Gruppe gechattet zu haben, die sich "Guccifer2" nennt (hier das Twitter-Profil). Sie habe die Verantwortung für den Hack übernommen – und stehe wohlmöglich mit Moskau in Kontakt. "Guccifer2" selbst bestreitet, dass Russland hinter den Hacks stecke. Das hält Experte Rid für ein Täuschungsmanöver.
  • Auch ThreatConnect, eine weitere Sicherheitsfirma, verbindet "Guccifer2" mit dem russischen Staat. Ungewöhnlich sei zudem, wie sehr der angeblich unabhängige Hacker um Aufmerksamkeit buhlt:
Welchen Vorteil hätte Russland durch die Cyber-Attacke?

Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, wäre bewiesen, dass Russland tatsächlich Einfluss auf den US-Wahlkampf nimmt.

Russlands Präsident Wladimir Putin könnte am Ausgang der Wahl durchaus Interesse haben: Mit Donald Trump hätte er womöglich einen Verbündeten im Weißen Haus. CNN attestiert ihm und Trump eine "Bromance". "The Atlantic" schreibt, Hillary Clinton führe in Wahrheit gegen Putin Wahlkampf. Und Slate nennt Trump gar "Putin's Puppet".

Tatsächlich lobt Putin Trump als "clever und talentiert" und umgekehrt sagt Trump, er verstehe sich prima mit dem russischen Präsidenten (CNN). Der Republikaner will auf Putin zugehen, statt ihn, wie viele andere westliche Politiker, zu dämonisieren. In zwei Punkten vertreten Trump und Putin ähnliche Positionen:

  • So soll sich Trumps Team für eine Abkehr von der Unterstützung der Ukraine eingesetzt haben (Slate). Das Land befindet sich mit Russland in einem offenen Konflikt, seit russische Separatisten Teile der Ukraine annektiert haben (bento).
  • Und Trump selbst stellt in Interviews immer wieder die Notwendigkeit des Nato-Bündnisses infrage ("New York Times"). Viele westliche Staaten sind in dem Militärverbund organisiert, um sich in Krisen zu unterstützen. Die Nato wurde als Reaktion auf den 2. Weltkrieg gegründet. Russland ist nicht Teil des Bündnisses und fühlt sich von der Nato bedroht.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland Einfluss auf westliche Länder nimmt. Der Kreml fördert bereits rechtspopulistische Bewegungen wie den Front National in Frankreich oder lädt AfD-Politiker zu Weiterbildungen ein (SPIEGEL ONLINE). Das Ziel: Russland will so autoritäre Kräfte im Westen stärken.

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