Vier Antworten zum Crowdfunding-Skandal

Am Anfang klang alles wie eines dieser viel geteilten Internet-Wunder: Die junge Kate bleibt mit ihrem Auto liegen. Der obdachlose Veteran Johnny ist zufällig in der Nähe und schenkt ihr seine letzten 20 Dollar für Sprit. 

Um sich zu bedanken, organisiert Kate mit ihrem Freund Mark eine Spendenaktion im Netz. Via Crowdfunding kommen insgesamt 400.000 Dollar zusammen, umgerechnet rund 350.000 Euro.

Allerdings war die Geschichte vom hilfsbereiten Obdachlosen offenbar frei erfunden, 14.000 Teilnehmende der Crowdfunding-Kampagne wurden hereingelegt.

Nun wurden Kate, Mark und Johnny festgenommen. (The Philly Inquirer)

1 Was war angeblich passiert?

In der ursprünglichen Geschichte behauptete Kate McClure, im Oktober 2017 den Obdachlosen Johnny Bobbitt in Philadelphia kennengelernt zu haben. Weil er ihr mit Spritgeld geholfen habe, startete sie eine Crowdfunding-Kampagne auf GoFundMe.

Die Geschichte ging viral, in den USA war gerade Thanksgiving. Kate und ihr Freund Mark D'Amico nahmen um die 400.000 Dollar ein.

2 Was stimmt wirklich?

  • Alle drei sollen sich bereits Monate vor der Veröffentlichung der Spendenaktion kennengelernt haben. So schildert es jetzt die zuständige Staatsanwaltschaft in New Jersey.  (The Philly Inquirer)
  • Erst später kamen Kate und Mark auf die Idee, mit dem Obdachlosen Johnny Geld zu machen – offenbar zunächst ohne dessen Wissen.
  • Als Medien über den Erfolg der Kampagne berichteten, suchten Journalisten auch Johnny auf – Kate und Mark mussten ihn in ihren Plan einweihen.
  • Laut der Staatsanwaltschaft habe Kate schon damals einer Freundin geschrieben, dass Johnny ihr nie geholfen habe:
Ich musste mir etwas ausdenken, damit die Menschen sich schlecht fühlen.

So hatte Kate die GoFundMe-Kampagne einst bebildert:

(Bild: GoFundMe)

Nun haben sich alle der Polizei gestellt:

3 Wie flog der Schwindel auf?

Die drei haben sich wohl über die Aufteilung des Geldes zerstritten. Kate und Mark hatten sich erst mal ein teures Auto, Handtaschen und einen Urlaub gegönnt. Weitere 85.000 Dollar sollen sie im Casino verprasst haben.

Im März 2018, also nur gut vier Monate nach der Spendenaktion, waren von den einst 400.000 Dollar nur noch etwas weniger als 10.000 Dollar übrig. 

Johnny, der sich um seinen Anteil betrogen fühlte, schaltete die Justiz ein – natürlich ohne zu verraten, dass er bei der Trickserei involviert war. Er warf dem Paar Betrug vor und zog vor Gericht.

4 Wie geht es jetzt weiter?

Bei den Ermittlungen gegen Kate und Mark geriet bald auch Johnny in Verdacht. Der Staatsanwalt wertete Chatverläufe aus, die zeigen, wie sich alle über das Geld streiten. Er kommt zum Schluss:

D'Amico, McClure und Bobbitt haben sich verschworen, um eine Feel-Good-Geschichte zu erfinden und promoten, die Spender dazu animieren sollte, für ihre Sache Geld zu geben.

Gegen alle drei wurde daher Anklage erhoben – wegen Betrugs und Verschwörung, um Diebstahl durch Täuschung zu begehen. Ihnen drohen nun zwischen fünf und zehn Jahren Haft. 

Die insgesamt 14.000 Spender sollen übrigens entschädigt werden. GoFundMe hat versprochen, allen ihre Spenden zurückzuerstatten.


Haha

"Saturday Night Live" trollt wieder Trump – mit Steve Carell als reichstem Mann der Welt
"Ich bin 100 Mal reicher als er!"

US-Präsident Donald Trump und die Macher der Satireshow "Saturday Night Live" sind, gelinde gesagt, nicht die besten Freunde. Und auch Trump und Amazon-Chef Jeff Bezos sind, vorsichtig ausgedrückt, keine Best Buddies.

Eigentlich war es also nur eine Frage der Zeit, bis das SNL-Team mal wieder eine Breitseite gegen Donald Trump abfeuert – und sich dabei den Amazon-Chef hinzuzieht.

In der aktuellen Ausgabe schlüpft Schauspieler Steve Carell in die Rolle von Jeff Bezos. In einem für hippe Online-Firmen typischen Einspieler läuft er im Sakko durch sein Büro und verkündet großartige Pseudo-Neuigkeiten von Amazon. 

In Wahrheit ist der Werbeclip gespickt mit fiesen Seitenhieben auf Trump. Steve "Bezos" Carell tut dabei aber die ganze Zeit so, als ginge es gar nicht um den US-Präsidenten – nur, um ihn gleich wieder noch mehr zu ärgern.

So hört sich das an:

Amazon hat gerade erst verkündet, zwei neue Firmensitze in New York und Washington zu bauen. Carell erzählt nun davon, wie er auch eine Trump-Immobilie gekauft habe, die er in öffentliche Urinale verwandeln will. Aber das habe nichts mit Trump zu tun: