Bild: Spencer Platt/Getty Images
Drei Fragen zur umstrittenen Trennung

Noch immer befinden sich mehr als 700 Kinder von Einwanderern in Gewahrsam der US-Behörden – dabei hatte ein Gericht entschieden, dass sie bis zu diesem Donnerstag mit ihren Eltern wiedervereinigt werden müssen. Wie CNN berichtet, seien bislang 1442 Einwandererfamilien mit ihren Kindern, die älter als fünf Jahre sind, wieder zusammengekommen. 

Was sagt die Regierung?

Die Regierung gibt an, den Stichtag eingehalten zu haben: Die verbliebenen 711 Familien seien entweder nicht auffindbar gewesen oder es habe Einwände und Warnsignale hinsichtlich einer Wiedervereinigung gegeben. Nach Angaben der Regierung sollen sich die Eltern von 431 Kindern nicht mehr in den USA befinden – laut CNN wurden diese vermutlich abgeschoben

Was hatte das Gericht verlangt?

Der Bezirksrichter Dana Sabraw hatte Ende Juni entschieden, dass die Regierungspraxis, Familien über Wochen und Monate auseinanderzureißen, inhuman und verfassungswidrig ist. Die Behörden hatten die Kinder teilweise in Käfige eingesperrt:

Die Regierung hatte danach 30 Tage Zeit bekommen, die Familien mit Kindern, die älter als fünf Jahre sind, wieder zusammenzuführen. Für Familien mit jüngeren Kindern hatten die Behörden 14 Tage Zeit – auch diese Frist konnten sie nicht einhalten. (bento)

Richter Sabraw sagte, dass die Politik dafür verantwortlich war, dass Familien getrennt wurden – ohne an die Wiedervereinigung zu denken oder dem Aufenthaltsort der Menschen nachzugehen. "Und das sind jetzt die Konsequenzen: Es gibt 463, vielleicht auch mehr, das ist nicht klar. Aber es sieht aus, als gäbe es eine große Anzahl an Eltern, die vermisst werden oder die ohne ihr Kind abgeschoben wurden."

Wie war es zu den Trennungen gekommen?

Die Trennung der Familien war Teil von US-Präsident Donald Trumps "Null-Toleranz-Politik", mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen. 

Trump hatte die oppositionellen Demokraten dafür verantwortlich gemacht, dass es nicht zu einer gesetzlichen Regelung gekommen war. Es gibt aber kein Gesetz, dass eine Trennung der Kinder von ihren Eltern vorschreibt. Schließlich hatte Trump ein Dekret unterzeichnet, wonach die Kinder von illegal Eingewanderten gemeinsam mit ihren Eltern eingesperrt werden. (bento)

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

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Sie werden für Putzfrauen gehalten, obwohl sie erfolgreiche Geschäftsfrauen sind. Nach der Grundschule sollen sie auf die Hauptschule gehen, weil sie da unter ihres Gleichen seien. Und Wohnungen bekommen sie erst, wenn der deutsche Freund mit einzieht. Auf Twitter berichten gerade tausende Menschen mit Migrationshintergrund über Rassismus und Diskriminierung im Alltag.