Drei Fragen und Antworten zu der Aktion mit ernstem Hintergrund

Einmal sein Gesicht auf einem riesigen Poster sehen: Das haben Jevh und Christian aus Houston, Texas, geschafft. Der Grund dafür war aber keine eigene Welttournee oder eine Werbekampagne: Die Studenten wollen mit ihrer Aktion zeigen, dass Menschen mit asiatischem Hintergrund unter anderem in den Medien noch immer unterrepräsentiert sind. 

Wie kamen sie darauf, bei McDonalds ein Poster aufzuhängen?

Jevh und Christian sind beide Amerikaner – mit philippinischem Hintergrund. Neulich, sie saßen gerade in einem Restaurant der Fast-Food-Kette, fiel ihnen auf: An den Wänden hängen viele Bilder, mit vielen verschiedenen Menschen drauf. Nur: mit keiner einzige Person mit asiatischen Wurzeln. 

Es ließ beide stutzen. Dann kam Jevh auf eine Idee: Was, wenn wir das ändern? Und hier einfach mal ein Bild von uns aufhängen? 

Sie erinnerten sich an den Film "Crazy Rich", einem der ersten Hollywoodfilme mit komplett asiatischer Rollenbesetzung. Er wird gerade in den Medien besprochen – auch die Jevh und Christian hatten ihn gesehen.

Der Film habe sein Selbstbewusstsein gestärkt und ihn ermutigt, das Poster aufzuhängen, erzählt Jevh. (Click2Houston

Ich dachte: Wenn ich diesen kleinen Schritt gehe, könnte das schon einen Unterschied machen.
Jevh

Wie haben sie es geschafft, bei der Poster-Aktion zunächst unerkannt zu bleiben?

Den ganzen Plan inklusive Umsetzung dokumentierte Jevh mit der Kamera und veröffentlichte das Material bei YouTube: 

  • Das Foto musste zu den bereits im Restaurant hängenden Bildern passen. Christian und Jevh mussten also ein Setting finden, das nicht heraussticht.

    Ihre Idee: einfach wie Studenten aussehen, denn das können sie glaubhaft darstellen. Also: Rucksäcke und Caps auf, einer mit Burger, der andere mit Pommes in der Hand.

    Nach einer Runde Photoshop sah das Bild tatsächlich so aus wie die bei McDonalds.
  • Das Aufhängen des Posters gestaltete sich schon schwieriger. Verkleidet als Mitarbeiter sollte es funktionieren. Sie durchwühlten einen Second Hand Laden und fanden tatsächlich ein McDonalds-Shirt.

    Ausgestattet mit Namensschild, Walkie Talkie und einer Krawatte sah Jevh tatsächlich aus, als gehöre er zur McDonalds-Mitarbeiterriege. 
  • Um Poster an die Wand zu montieren, reichte das Shirt aber nicht aus: Jevh musste die Kasse beobachten, denn der freie Platz für das Bild lag direkt daneben. 
  • Aber irgendwann war die Luft rein: Mehrere Freunde halfen dabei, das Bild an die Wand zu kleben, als gerade kein Mitarbeiter zu sehen war. An dieser Stelle hängt das Plakat jetzt – bis heute.  

Hier kannst du das ganze Video der Aktion sehen: 

3 Welche Reaktionen gab es bisher?

Wenn es nach einigen Twitter-Nutzerinnen und -Nutzern geht, sollen die Gesichter von Jevh und Christian dort zu sehen bleiben:  Auf Twitter etabliert sich gerade der Hashtag #Keeptheposterup, darunter loben viele die Kreativität der Jungs oder finden den Coup einfach witzig: 

Mittlerweile hat sich auch McDonalds zum Poster gemeldet (Click2Houston)

Wir applaudieren der Kreativität der Studenten und hoffen, sie demnächst in unseren Restaurants wieder begrüßen zu können.
McDonalds

Am 3. September twitterte Jevh, das Poster sei immer noch an Ort und Stelle. Vielleicht hängt sein Konterfei ja künftig nicht nur in der Filiale in Houston, sonder in ganz Amerika. 


Future

Studium abgehakt, jetzt schnell rein ins Berufsleben! Oder?
Durchatmen, zurücklehnen, nachdenken!

Goodbye, Uni! Es war schön mit dir.

Nun ist es soweit: Nach zahllosen Stunden Büffelei in der Bib und Schwitzen in überfüllten Prüfungssälen hast du endlich, endlich deinen Abschluss! Jetzt ist erstmal Schulterklopfen, Durchatmen und Genießen angesagt. 

Aber nachdem die erste Euphorie verpufft und die letzte Party abgefeiert ist, schleicht sich auch bei dir eine ziemlich fiese Unsicherheit ein. Manchmal wird sie zur pragmatischen Frage ("Und was mache ich jetzt bitte mit meiner schönen Qualifikation?"), manchmal aber auch zur spontanen Panik ("Oh, mein Gott! Ich habe null Erfahrung, und so viele meiner Konkurrenten sind VIEL besser als ich!").