Die Kandidaten der US-Wahl stehen seit dieser Woche offiziell fest – nun geht das Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump in die letzte Runde. Vom Auftreten könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Clinton spricht von Gemeinschaft, Trump von Spaltung (bento). Sie ist ein Polit-Urgestein, er ein Quereinsteiger, sie ist eine eiserne Lady, er ein Hitzkopf.

Auf ihrer Wahlkampfseite führt Clinton insgesamt 32 Themen auf, darunter mehr Rechte für die LGBT-Community, ein vereinfachtes Steuersystem und die Eindämmung von Waffengewalt.

Trump stellte dem auf seiner Wahlkampfseite sieben Forderungen entgegen, zwei beschäftigen sich mit Migrationsfragen, eine dritte mit dem Recht auf Waffentragen.

Das sind die wichtigsten Positionen im Überblick:

Zuwanderung
  • Donald Trumps Konzept beschränkt sich vor allem auf ein verschärftes Immigrationsgesetz und den Bau einer Mauer, um "Mörder und Vergewaltiger" aus Mexiko vom US-Gebiet fernzuhalten. Die Kosten der Mauer schätzt er auf fünf bis zehn Milliarden US-Dollar, Mexiko solle den Bau bezahlen.
  • Hillary Clinton will den Zuzug erleichtern und die Integration verbessern. Unregistrierte Gastarbeiter sollen schneller Zugang zur US-Bürgerschaft erhalten können. Sprache und Bildung sieht sie als Schlüssel zur Integration. (politifact.com)
Außenpolitik
  • Donald Trump hält den Kampf gegen die Terrormilz "Islamischer Staat" (IS) für gescheitert und die Kriege im Nahen Osten für einen Fehler. Vorschläge, wie die Konflikte zu lösen sind oder ein Rückzug der USA gelänge, äußerte er bislang kaum. EU-Länder beleidigte Trump in mehreren Reden als schwach und fehlbar, mit China will er einen wirtschaftlichen Bruch wagen. So hofft Trump, wieder mehr Waren in den USA produzieren zu können und amerikanische Jobs zu sichern. (donaldjtrump.com I)
  • Auch Hillary Clinton kritisiert die US-Außenpolitik im Nahen Osten als unzureichend. Sie verlangt ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den IS. Zugleich müsse Amerika lokalen Bevölkerungen in Krisenländern dabei helfen, sich selbst zu helfen. Den Atomdeal mit dem Iran hält Clinton für einen Fortschritt zur Auflösung von Spannungen in der Region.
Klimaschutz
  • Donald Trump hält die Erderwärmung für eine Lüge und Klimaschutz daher für unnötig. Er könne so viel Haarspray benutzen, wie er will (factcheck.org I)
  • Hillary Clinton setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Den Ölverbrauch und Treibhausemissionen will sie in den kommenden zehn Jahren je um rund ein Drittel senken. ("Rheinische Post")
Sexualität
  • Donald Trump ist ein Gegner der Homo-Ehe. Zugleich inszenierte er sich nach dem Angriff eines islamistischen Attentäters auf eine Schwulenbar in Orlando als Beschützer der Szene. Im Bezug auf Abtreibung ist Trump "pro life".
  • Hillary Clinton hingegen will Frauen das Recht auf Abtreibung einräumen. Auch die Homo-Ehe möchte sie legalisieren. (ABC)

Waffenrecht
  • Donald Trump ist Anhänger des "Second Amendment“, das US-Bürgern das Recht auf Waffen zuschreibt (bento). Er sagt: Wenn jeder bewaffnet ist, können sich alle bei Amokläufen oder Anschlägen besser schützen. (donaldjtrump.com II, factcheck.org II)
  • Hillary Clinton bezeichnet die Waffengewalt in den USA als "Epidemie" – und setzt sich für strengere Gesetze ein, die Bürgern den Zugang zu Waffen erschwert. Dazu gehören vor allem background checks bei Käufern und eine Beschränkung der Waffenlobby in Washington. (hillaryclinton.com)
Keine Ahnung, wie die Wahl in den USA funktioniert? Wir erklären's dir:

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