An personalisierte Facebook-Werbung habe ich mich längst gewöhnt. Sollen die doch versuchen, mir einen Lidschatten zu verkaufen, der angeblich mit meiner Augenfarbe harmoniert und meinen Charakter widerspiegelt.

Wenn aber meine Persönlichkeit analysiert wird, um mich mit politischen Werbebotschaften zu beeinflussen: Dann bin ich sauer. Denn hier geht es um mehr als die Frage, ob ich eine Vorliebe für schwarze Blusen mit grünen Punkten habe.

Donald Trump habe mit maßgeschneiderter Werbung die Wahl gewonnen, schrieben in der vergangenen Woche zahlreiche Journalisten, angestoßen hatte die Debatte ein Beitrag im Schweizer "Das Magazin".

Ein wenig Psychologie, jede Menge Daten und die Analyse unzähliger Facebook-Likes: So sei es Trump gelungen, seine Wähler individuell mit genau den Themen und auf die Art anzusprechen, die eine Stimme für die Republikaner oder zumindest eine Stimme weniger für Clinton bedeuteten.

Lassen sich auch aus meinem Facebook-Likes Rückschlüsse ziehen, welche Partei ich bei der nächsten Bundestagswahl wählen werde? Und lässt sich gar beeinflussen, wem ich meine Stimme gebe?
So entgehst du dem Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook – zum Klicken:
Früher oder später bekommt ihr eine Aufforderung von WhatsApp, den neuen AGBs zuzustimmen. Das sieht dann so aus:
Tippe NICHT auf Zustimmen, sondern auf LESEN. Dann geht eine neue Seite auf.
Unten rechts siehst du ein Auswahlkästchen. Nimm entweder das Häckchen raus oder rücke den Schieberegler nach links. Danach kannst du auf Zustimmen tippen, ohne dass deine Daten weitergegeben werden.
Falls du den AGBs schon zugestimmt hast, ohne das Häckchen rauszunehmen, hast du 30 Tage Zeit, das doch noch zu tun.
Geh bei WhatsApp zu "Einstellungen" > "Account" > "Meine Account-Info teilen". Dort findest du auch ein Auswahlkästchen, aus dem du das Häcken rausnehmen bzw. den Schieber nach links rücken kannst.
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Ich teste das Programm und lasse meine Facebook-Likes analysieren (nur empfehlenswert für Leute, die keine Sorge um ihre Daten haben). Das Ergebnis überrascht: Weder finde ich mich politisch richtig eingeordnet, noch bin ich ein Mann. Offenbar habe ich zu viele Wirtschaftsmagazine und Technik-Seiten geliked und damit den Algorithmus verwirrt.

Wer ist Jenna Behrends?

Unverdrossen engagiert sich Jenna Behrends, 26 und CDU-Mitglied, in der Berliner Kommunalpolitik. Auch wenn das manchmal anstrengend ist, ist sie überzeugt, dass es etwas bringt sich einzumischen. Sie ist Mutter einer kleinen Tochter und studiert Jura an der FU Berlin.

Ich bin nicht mathematikgläubig, aber erstaunt über jeden, der behauptet, er würde sich nicht von personalisierter Wahlwerbung beeinflussen lassen. Unzählige Studien (zum Beispiel diese oder diese) belegen, wie leicht wir manipulierbar sind. Es wäre demnach naiv zu glauben, dass Big Data und die Analyse von Facebook-Likes keine Wahl beeinflussen könnten. Oder gar von einer "linken Verschwörungstheorie" zu sprechen.

Auch wenn die Werkzeuge für so eine Auswertung heute noch nicht perfekt sind, ist die Gefahr real. Es geht um die nächsten Wahlen, um unsere Zukunft.

Die Gefahr ist real
Jenna

Zwar werden bald alle Parteien – zumindest technisch – dieselben Möglichkeiten haben, um ihre Wähler individuell anzusprechen. Doch mit dieser vermeintlichen Waffengleichheit ist unserer Demokratie nicht geholfen. Jede Partei wird ihre ethischen und moralischen Grenzen beim Einsatz der Waffe "Big Data" anders ziehen.

Und können wir noch von freien, gleichen und geheimen Wahlen sprechen, wenn jeder andere Wahlwerbung in seiner Timeline sieht als sein Nachbar? Kein politischer Konkurrent könnte direkt auf Behauptungen des anderen reagieren.

In Deutschland ist die Situation zum Glück weniger dramatisch: Im Gegensatz zu den USA sind am deutschen Markt nur wenige Daten erhältlich und unser Datenschutzrecht ist streng.

Und trotzdem schützt es uns nicht immer – weil wir uns zum Beispiel durch Psycho-Tests bei Facebook klicken. "Wie emotional intelligent bist du wirklich?", das mag eine spannende Frage sein. Aber wir sollten uns stattdessen künftig fragen, wem wir mit unseren Daten helfen, die wir so leichtfertig preisgeben.


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Ryan Gosling darf da natürlich nicht fehlen.

Die kalte Jahreszeit hat etwas Gutes: Endlich wieder Zeit, um sich auf der Couch zum kollektiven Kalorienbombenverzehr mit den BFFs zu versammeln! Mit schönen Liebesschnulzen, unterhaltsamen Komödien und sexy Actionfilmen ist der (Mädels-)Filmabend perfekt! Also, holt den Sekt und die Gurkenmaske raus – jetzt wird gelacht, geheult und gekreischt.