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In den Wochen vor der US-Wahl – als alle Umfragen noch Hillary Clinton vorne sahen – hatte ihr Gegner Donald Trump immer wieder betont, dass er die Wahl nicht anerkennen werde. Dann hatte er gewonnen und die Wahl doch anerkannt.

Die Skepsis kommt nun doch: von der unabhängigen Kandidaten Jill Stein. Stein hat bereits 4,6 Millionen Dollar (4,35 Millionen Euro) Spendengelder gesammelt, um eine Neuauszählung der Wahlergebnisse zu fordern. Stein selbst war grüne Kandidatin im Wahlkampf, holte aber kaum Stimmen.

Das Geld sammelt sie auf einer eigens eingerichteten Spendenseite. Insgesamt brauche sie 7 Millionen, um die Wahlergebnisse in drei Staaten anfechten zu können. Mit dem Geld soll die Neuauszählung finanziert werden. ("Washington Post")

Die Staaten sollen Wisconsin, Pennsylvania und Michigan sein. Dort fiel das Wahlergebnis jeweils sehr knapp aus. Clintons Wahlkampfhelferin Heba Abedin sagte auf Facebook, dass schon "eine Verschiebung von 55.000 Trump-Stimmen gen Hillary" zum Sieg ausreichen würden.

Stein behauptet nun, es habe "Unregelmäßigkeiten" beim Ergebnis gegeben – vielleicht hätten Hacker das Wahlergebnis manipuliert (so, wie sich Hacker auch zuvor in den Wahlkampf eingemischt hatten). Einige Clinton-Anhänger beteiligen sich an Jill Steins Aktion.

Kann Hillary Clinton also tatsächlich noch US-Präsidentin werden?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Michigan bestreitet bereits, gehackt worden zu sein ("The Detroit News"), auch ein Professor für Sicherheitstechnologie geht davon aus, dass die Wahl wohl nicht sabotiert wurde ("Business Insider").

Und speziell in Pennsylvania würde die Auszählung sowieso nichts bringen: Dort hatten die meisten Wähler ihre Stimmen direkt elektronisch abgegeben, ausgedruckte Wahlzettel gibt es nicht.


Gerechtigkeit

Jan Böhmermann zeigt dir, was die AfD bisher ernsthaft geleistet hat

Jan Böhmermann macht sich gerne über Rechtspopulisten lustig – und nimmt im "Neo Magazin Royale" daher am liebsten Aussagen und Ideen der AfD unter die Lupe. Zum Verständnis trägt das aber nicht wirklich bei, gibt er in der jüngsten Folge selbstkritisch zu. Deshalb habe sich seine Redaktion mal mit der tatsächlichen politischen Arbeit der Partei auseinandergesetzt. Ernsthaft.

Herausgekommen ist eine Online-Präsentation, in der jeder die Anträge der AfD-Fraktionen verschiedener Landtage sehen kann.

Insgesamt sitzt die AfD in zehn Landtagen, sechs davon hat das Team von "Neo Magazin Royale" untersucht.