Bild: dpa/Arno Burgi

Im Juni findet im sächsischen Meißen das Literaturfest statt. Ein Buch, das dort gelesen wird, heißt "Unter Sachsen", es beschäftigt sich mit dem Thema Rechtsextremismus. Kaum wurde das bekannt, empörte sich ein CDU-Stadtrat aus Meißen: Solch ein "Dreck" dürfe hier nicht gelesen werden. Er und mehrere weitere Politiker wollten das kritische Buch verhindern. 

Nun hat die Stadt entschieden: Die Lesung darf stattfinden. Allerdings: Eine politische Diskussion dazu ist nicht erwünscht.

Das Buch wurde von der Journalistin Heike Kleffner und dem "Tagesspiegel"-Redakteur Matthias Meisner herausgegeben. Beide hatten zur Lesung eine Podiumsdiskussion geplant, auch ein CDU-Vertreter war dazu eingeladen. "Wir wollen ja gerade jeder Seite eine Möglichkeit geben, miteinander zu reden", sagte Meisner zu bento.

Doch die Diskussion ist nun laut Stadtverwaltung "im Einvernehmen mit den Organisatoren" abgesagt. Die Begründung: Politische Aktivitäten sind am Lesungsort, dem Ratssaal von Meißen, per Satzung verboten ("Sächsische Zeitung"). 

Das Buch zeigt Netzwerke rechtsextremer Kameradschaften in Sachsen auf, aber auch, wie Politiker von AfD und CDU solche Netzwerke ermöglichen – oder wegschauen. Daniel Bahrmann, der Organisator des Literaturfests, hatte zuvor an die Stadt appelliert, an der Lesung nicht zu rütteln. "Die Buchvorstellung ist keine politische Veranstaltung", sagt er. 

Mit Blick auf den CDU-Stadtrat sagte er, eine eigene Meinung zu haben, erlaube noch lange nicht, "andere Meinung einzuschränken oder zu verbieten".


Haha

Aufatmen, Donald: Der Papst legt selbst bei Justin Trudeau sein "Unhappy Face" auf

Wenn man mit politischem Blick nach Nordamerika schaut, wohnen dort in den Augen vieler gerade Engel und Teufel zugleich. Der eine sitzt im Weißen Haus, der andere regiert in Kanada. Gemeint sind US-Präsident Donald Trump und der kanadische Premier Justin Trudeau

Beide waren vergangene Woche in Italien und haben am Treffen der G7-Staaten teilgenommen (wie es lief, erfahrt ihr hier). Und beide nutzen den Aufenthalt auch, um im Vatikan Papst Franziskus zu treffen. Trump war vergangene Woche zur Audienz, nun folgte Trudeau am Montag.