Bild: Maurizio Gambarini/dpa

Ausschreitungen von Rechtsradikalen wie in Chemnitz, rassistische Beleidigungen und Übergriffe auf Menschen aufgrund ihrer Herkunft sind keine Einzelfälle. Laut einer Studie der Universität Leipzig hat die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland zuletzt zugenommen. Das trifft vor allem einzelne Gruppen wie Muslime und Asylbewerber.

Antisemitische Tendenzen seien leicht rückläufig im Vergleich zu 2016, so die Autoren der repräsentativen Studie "Flucht ins Autoritäre". Das Forscherteam hat mehr als 2400 Deutsche zu ihren Einstellungen sowie zu ihrer Persönlichkeit befragen lassen. Damit wollten die Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, wie rechtsextreme Einstellungen entstehen.

1 Ausländerfeindlichkeit

Der Aussage, dass Ausländer nur nach Deutschland kommen würden, um den Sozialstaat auszunutzen, stimmten fast zwei Drittel der Befragten zumindest zum Teil zu.

Ganz ähnlich sehen die Zahlen bei einer gefühlten Überfremdung aus – hier stimmten fast ebenso viele zumindest zum Teil zu:

Insgesamt lasse sich laut Studienleiter Elmar Bähler folgendes beobachten: Je weniger Ausländer in einer Region lebten, desto stärker seien die "Überfremdungsängste" in dem Gebiet. Eine Ausnahme bilde hier nur Bayern, wo relativ viele Menschen mit Migrationshintergrund leben und solche Ängste auch vorhanden seien.

2 Muslimfeindlichkeit

Viele der Befragten gaben an, sich fremd im eigenen Land fühlen. Daran seien vor allem Muslime schuld, sagten sie. Hier ist die Zahl der Menschen in den letzten vier Jahren stark angestiegen – auf 55,8 Prozent in diesem Jahr.

3 Abwertung von Asylbewerbern

Große Ressentiments zeigten viele außerdem gegenüber Asylbewerberinnen und Asylbewerbern. Der Anteil der Menschen, die Asylbewerber abwerten, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 79,1 Prozent der Befragten sprachen sich deshalb auch dafür aus, der Staat sollte bei der Prüfung von Asylanträgen "nicht großzügig sein".

4 Antisemitismus

Fast jede oder jeder dritte Befragte stimmte Juden-Klischees zu. Mehr als 30 Prozent stimmten etwa zumindest zum Teil der Aussage zu, dass der Einfluss der Juden auch heute noch zu groß sei. 

5 Demokratie

Erfreulichere Zahlen gibt es bei der Zustimmung zur Demokratie – hier ist der Anteil der Menschen in Ostdeutschland, die eine Demokratie befürworten, seit 2010 gestiegen.

Betrachtet man die Werte zum Funktionieren der Demokratie in Deutschland, gibt es jedoch Defizite: Zwar stiegen auch hier die Werte, trotzdem waren nur 53,2 Prozent der Befragten zufrieden damit, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert.

Mit Material von dpa


Grün

Coca-Cola verspricht weniger Plastik – Umweltverbände regt das auf
Aber du bist aus Plastik

Erstmal klingt die Nachricht gut: Mehr als 290 Konzerne haben ein Abkommen unterzeichnet, in dem sie die Reduzierung von Plastikmüll und mehr Recycling versprechen, ganz freiwillig. Eine britische Stiftung hat das New Plastics Economy Global Commitment zusammen mit den Vereinten Nationen entworfen. Die Stiftung von Weltumseglerin Ellen MacArthur setzt sich für eine Kreislaufwirtschaft ein. Ende Oktober wurde das Abkommen auf Bali vorgestellt.

Gegenüber bento kritisieren zwei Umweltverbände das Abkommen aber – es geht ihnen nicht weit genug

Was versprechen die Konzerne?

  • Verringern: Sie wollen unnötige Verpackungen vermeiden und von Einweg- auf Mehrweg-Verpackungen umstellen.
  • Neuerungen einführen: Bis 2025 sollen alle Plastikverpackungen wiederverwendet, recycelt oder kompostiert werden können.
  • Zirkulieren: Das produzierte Plastik soll wesentlich häufiger wiederverwendet, recycelt oder zu neuen Verpackungen oder Produkten verarbeitet werden.