Bild: Laurin Schmid/SOS Mediterranee
Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie jetzt. Die 9 wichtigsten Zahlen

Sie fliehen aus zerbombten Landstrichen und vor Hungersnöten, sie wollen Diktaturen, Folter und Missstände hinter sich lassen. Ihre Flucht in eine bessere Welt lässt sie Tausende Kilometer auf lebensbedrohlichen Strecken zurücklegen. Und noch nie waren so viele unterwegs.

Insgesamt gab es 2017 weltweit 68,5 Millionen Flüchtlinge – das geht aus dem neuen Bericht des Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hervor.

Die Organisation wertet einmal jährlich Fluchtbewegungen aus – und will so aufzeigen, wie viele Schutzsuchende auf aller Welt unterwegs sind und auf deren Probleme aufmerksam machen. 

Das sind die wichtigsten Zahlen des aktuellen UNHCR-Berichts:

3 Millionen mehr

2016 waren weltweit 65,6 Millionen Flüchtlinge unterwegs, nun sind es 68,5 Millionen. Nie waren mehr Menschen auf der Flucht vor Krisen und Konflikten. 28,5 Millionen davon sind in ein anderes Land geflohen, die anderen sind im eigenen Land auf der Flucht.

83 Prozent

Nur die wenigsten Flüchtlinge kommen nach Europa oder in die USA. Die Mehrheit – 56,9 Millionen – findet Zuflucht im eigenen Land oder in Nachbarstaaten, meist arme Entwicklungsländer oder Dritte-Welt-Staaten. 

970.400 Menschen

So viele Flüchtlinge beherbergte Deutschland 2017. Die Bundesrepublik steht damit international an sechster Stelle, was die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft. Vor Deutschland liegen die Türkei, Pakistan, Uganda, der Libanon und Iran.

40 Millionen Binnenflüchtlinge 

So viele Menschen sind innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht, also mehr als die Hälfte der insgesamt 68,5 Millionen. Die meisten davon (7,7 Millionen) sind innerhalb Kolumbiens auf der Flucht, danach folgt Syrien (6,2 Millionen).

70 Prozent aus fünf Ländern

Von den Flüchtlingen, die es über eine Grenze in ein anderes Land schaffen, kommen fast alle aus nur sehr wenigen Konfliktländern. Das sind: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia.

44.400 Flüchtlinge

So viele Schutzsuchende kamen im vergangenen Jahr jeden Tag neu hinzu. Das heißt, im Schnitt machten sich täglich eine Gruppe Menschen beinahe so groß wie Duisburg auf den Weg. Oder anders gerechnet:

3,1 Millionen Asylbewerber

Von all den knapp 70 Millionen Flüchtlingen befindet sich nur etwa jeder 20. in einem Asylverfahren. Und diese finden nicht ausschließlich in Industrieländern wie Deutschland statt – die Hälfte läuft in Entwicklungsländern.

52 Prozent

Die Mehrheit der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 45 Prozent sind zwischen 18 und 59 Jahren alt, 3 Prozent der Flüchtlinge sind älter.

21,3 Millionen gegen 21 Millionen

Nicht zu allen Flüchtlingen gibt es Angaben über das Geschlecht, aber zu mehr als 42 Millionen schon. Hier ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen: Auf 21,3 Männer kommen 21 Millionen Frauen.


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