Bild: dpa/Picture Alliance

Wer sich offizielle Fotos von wichtigen Ereignissen ansieht, der sieht, dass die abgebildeten Personen oft eins gemeinsam haben: Sie sind Männer.

Dabei fühlen wir uns doch eigentlich als eine gleichberechtigte Gesellschaft. Eigentlich kommt es uns so vor, als hätten Frauen alle Chancen. Und doch wird man von solchen Bildern immer wieder daran erinnert, dass die Sache vielleicht doch nicht so klar ist. 

Auch im neuen Bundestag werden so wenige Frauen wie seit 19 Jahren nicht mehr sitzen:

Ein Twitter-Account hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf eben diese Ungleichheiten aufmerksam zu machen"UndWieVieleFrauen?" arbeitet dabei nach einem ganz einfachen Prinzip: Der Account retweetet Gruppenbilder von verschiedensten Veranstaltungen und Anlässen – Preisverleihungen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen. 

Daneben stellt er die nüchternen Zahlen, wie die Geschlechter im Bild aufgeteilt sind: X Männer, X Frauen. Und, Überraschung: Meistens fällt dieses Verhältnis ganz klar zugunsten der Männer aus.

Aktuell enthält der Kanal 100 Tweets, und besteht erst seit dem 12. Oktober. 

Befüllt wird er von "Leuten aus Berlin" – viel mehr möchten die Macher gar nicht über sich verraten. Die meisten der geposteten Fotos finden sie selbst bei der Suche auf Twitter, manchmal erhalten sie auch Hinweise von anderen Usern.

Im Interview erzählen sie, warum sie sich diese Mühe machen.
Was hat euch dazu bewegt, den Account "WieVieleFrauen" anzulegen?

"Am 12. Oktober hat uns dieses Foto sehr erschrocken. Es ist ein Schnappschuss, wie er wohl täglich bei irgendwelchen Firmenveranstaltungen oder Diskussionsrunden geschossen wird – aber dass da 31 Männer und 3 Frauen zu sehen sind, fiel bei diesem Foto einfach sofort auf."

"Daraufhin haben wir uns gefragt, ob es nicht auch andere, ähnliche Fotos gibt, die zeigen, ob Frauen in unserer Gesellschaft gerecht bzw. ungerecht vertreten sind."

Was möchtet ihr mit dem Account bewirken?

"Am liebsten würden wir diesen Account direkt wieder überflüssig machen. 

Mit unseren Tweets wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, wie viel unserer Gesellschaft entgeht, wenn auf Panels, Preisverleihungen oder in Vorstandsposten ein Geschlecht teilweise nicht anwesend oder vollkommen unterrepräsentiert ist."

"Wir glauben, dass unsere Tweets viele Leute ansprechen und zeigen, was viele Frauen jeden Tag erleben: Die Glasdecke der Männer, die nur schwer zu durchbrechen ist."

Wonach entscheidet ihr, ob es ein Foto in euren Kanal schafft?

"Klar selektieren wir. Denn wir wollen eigentlich nur sehr plakative, eindeutige Fotos veröffentlichen, auf denen die manchmal absurde Abwesenheit von Frauen besonders deutlich sichtbar ist – und zwar nicht, um die anderen Fälle zu ignorieren, sondern um klar zu machen, wie unfassbar oft das passiert."

Wenn auf einem Foto mal mehr Frauen als Männer zu sehen sind, veröffentlicht ihr es also nicht?

"Wir fokussieren uns auf das Problem. Natürlich wissen wir, dass das im Zweifel total verkürzt ist, Kontext und Hintergrund gar nicht berücksichtigt, vielleicht auch mal nicht ins Schwarze trifft und vor allem all jene nicht hervorhebt, die sich in dieser Hinsicht vorbildlich verhalten. 

Aber manchmal muss man eben ein bisschen lauter poltern, wenn man gehört werden will."


Streaming

Neue Netflix-Serie: Alleinerziehende Mutter meistert Alltag mit Superhelden-Kind

"Hast du dich jemals gefragt, wie es ist, einen Superhelden großzuziehen? Wie schaffst du es, dass er wie ein normales Kind aufwächst?"

Netflix produziert eine neue Serie: In "Raising Dion" geht es um die Mutter Nicole, die ihren Sohn Dion nach dem Tod ihres Mannes alleine aufziehen muss. Diese Herausforderung wird noch größer, als sich herausstellt, dass Dion Superkräfte entwickelt. 

Dabei stellt sich auch die Mutter eines kleinen Superhelden ganz normale Fragen, die sich jede Mutter stellt: Wie wird mein Kind glücklich? Wie beschütze ich mein Kind vor der Welt?