Bild: Getty Images/Mark Wilson
Worum es beim Treffen der Staatschefs in New York geht.
Was ist die UN-Vollversammlung?

Das Zusammenkommen ist ein Treffen der Staats- und Regierungschefs aller bei den Vereinten Nationen (UN) vertretenen Ländern. Aktuell sind das 193 Mitgliedsstaaten (UN I). Mehrere Tage lang diskutieren die Vertreter am UN-Hauptsitz in New York aktuelle Probleme und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden.

Die definierten Ziele sind wegweisend für die Arbeit der UN das restliche Jahr über. Oft kommt es aber auch zum Streit zwischen verschiedenen Ländern – wenn sich Staaten in Grundsatzfragen widersprechen. Die UN-Vollversammlung (abgekürzt UNGA für United Nations General Assembly) findet jährlich Mitte September statt.

Wie genau läuft die Versammlung ab?

Das diesjährige Treffen ist bereits die 71. Vollversammlung (UN II).

  • Eröffnet wurde sie vergangene Woche am 13. September. In der ersten Woche wurde von Vertretern Vorarbeit geleistet, viele Staaten haben Vorschläge und Ideen untereinander ausgehandelt.
  • Die eigentliche Eröffnung findet durch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag, dem 19. September statt. Als Auftakt hat er eine Debatte über die internationale Lösung der Flüchtlingsfrage vorgesehen.
  • Die meisten Staats- und Regierungschefs reisen aber erst am Dienstag, dem 20. September an. Dann beginnt die Generaldebatte. Hier dürfen die Vertreter nacheinander reden: Staats- und Regierungschefs haben Vorrang, dann Minister, dann Diplomaten. Den Vorsitz der Generaldebatte führt in diesem Jahr der Inselstaat Fiji (UN III).
  • Da die Reden viel Zeit beanspruchen – und jedem Land die Chance gegeben wird, auf Vorwürfe eines anderen Landes zu antworten – dauert die Generaldebatte mehrere Tage. Die diesjährige Vollversammlung endet am Montag, den 26. September. (Siehe zu den genauen Regeln UN IV)
Wie arbeitet die UN sonst?

Die Vereinten Nationen (UN) haben ihren Hauptsitz in New York. Die Mitgliedsstaaten haben dort Botschaften, in denen Diplomaten als ständige Vertreter miteinander diskutieren. Wichtigstes Ziel der UN ist die Sicherung von Frieden und die Durchsetzung der Menschenrechte auf aller Welt.

Für dringliche Fragen – zum Beispiel den Umgang mit dem Syrienkrieg – kommt der UN-Sicherheitsrat zusammen. Dieser besteht aus den fünf ständigen Mitgliedern China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA. Hinzu kommen zehn nichtständige Mitglieder, die regelmäßig wechseln. Brasilien, Indien, Japan und Deutschland werben dafür, auch als ständige Mitglieder aufgenommen zu werden.

Wer wird zur 71. Vollversammlung erwartet?

Ein Land ist nicht verpflichtet, sein Staatsoberhaupt zu schicken. Als Vertretung kann auch der Außenminister anreisen oder der New Yorker Diplomat erscheinen. Diese sprechen dann nachgeordnet (siehe Ablauf).

Dennoch kommen oft hochrangige Vertreter zusammen. Für dieses Jahr haben sich unter anderem US-Präsident Barack Obama, Israels Premier Benjamin Netanjahu und der iranische Präsident Hassan Rouhani angekündigt. Russland und Syrien werden jeweils ihre Außenminister schicken. (newsday.com) Deutschland wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten (Auswärtiges Amt).


Das Auswärtige Amt konnte auf Nachfrage von bento bis Montagabend seinen Vertreter für die Vollversammlung noch nicht benennen.

Welche Probleme werden diskutiert?

Das Motto lautet: "The Sustainable Development Goals: a universal push to transform our world" – es geht also um alles und nichts. Doch die eigentlichen Kernfragen werden von den Zeitläuften diktiert:

Vor allem die Themen Flüchtlinge und Syrienkrieg werden von Seiten der UN forciert: Im Vorfeld der Generaldebatte wurde extra eine 23-jährige Jesidin aus dem Nordirak zur UN-Sonderbotschafterin ernannt, sie soll sich um die Würde der Opfer von Menschenhandel kümmern. Nadia Murad war vor zwei Jahren von der Terrormiliz "Islamischer Staat" verschleppt und als Sexsklavin missbraucht worden. (Deutsche Welle)

Murad fürchtet, viele IS-Kämpfer könnten ungestraft davonkommen. Selbst wenn die Miliz militärisch besiegt sei, könnten die Männer "einfach ihre Bärte abrasieren und durch die Straßen der Städte gehen, als sei nichts gewesen", sagt Murad. "Wir dürfen das nicht geschehen lassen."

Wo kann ich mich informieren?

Obwohl die Vollversammlung eines der größten Polit-Events der Welt ist, funktioniert die Berichterstattung darüber erstaunlich schlecht. Viele Medien konzentrieren sich auf Skandale – zum Beispiel wenn Diktatoren ganz weltfremde Reden schwingen.

Die besten Kanäle, um die UN mitzubekommen, liefert daher die UN selbst. Die eigene Streaming-Plattform UN Web TV überträgt die Debatten, getwittert wird unter #UNGA oder #UNGA71. Die offiziellen Twitter-Kanäle sind @UN und @UN_PGA.

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