Bild: dpa / Markiian Lyseiko

Bisher galt US-Präsident Donald Trump als Fan von Russland. Doch jetzt hat er den russischen Präsidenten Wladimir Putin herausgefordert – und eine Rückgabe Krim gefordert. Der Kreml in Moskau schloss das in einer Antwort umgehend aus.

Die Halbinsel gehört zur Ukraine, ist aber vor mehr als zwei Jahren von Russland annektiert worden. Mit Trumps Worten wird die Krimkrise nun wieder lebendig. Was bedeutet das für Europa?

Das ist die Ukraine:
(Bild: bento)

Sie liegt in Osteuropa und teilt sich unter anderem eine Grenze mit Russland. Die Hauptstadt Kiew liegt nur 1200 Kilometer von Berlin entfernt – genauso weit wie Rom.

Im Süden liegt die Halbinsel Krim. Früher war sie Teil der Russischen Sowjetrepublik, ab 1954 ukrainisch, seit bald drei Jahren wird sie wieder von Russland besetzt. Im Osten kämpfen beide Länder um Hoheitsrechte.

Das ist ein näherer Ausschnitt der Ostukraine:

Der hellbraune Bereich in der Mitte wird von prorussischen Kräften besetzt, der Bereich in den ukrainischen Nationalfarben von der ukrainischen Armee gehalten. Dazwischen ist eine Waffenstillstandlinie vereinbart – die aber immer wieder überschritten wird.

So eskalierte der Konflikt:
  1. Nach einer Revolution in der Ukraine forderten Bürger auf der Krim die Angliederung an Russland, bei einem Referendum im März 2014 stimmten angeblich 93 Prozent der Krim-Bewohner für den Beitritt zu Russland. Zwei Tage später gehörte die Krim offiziell zu Russland.
  2. Unabhängige Beobachter zweifelten das Referendum an, einige Krim-Bewohner hatten die Wahl zudem boykottiert ("Neue Zürcher Zeitung"). Die Europäische Union bezeichnete die russische Übernahme der Krim daher als Annektion.
  3. Einen Monat später starteten prorussische Aufständische Angriffe gegen die ukrainische Armee in der Ostukraine. Sie werden von Russland militärisch unterstützt ("The Guardian").

Auch 2016 blieb er lebendig. Russland rüstete an der Grenze weiter auf:

Was ist die Bilanz des Ukrainekonfliktes bisher?

Zwischen Januar 2014 und November 2016 kamen nach UN-Angaben mehr als 9700 Menschen ums Leben, etwa 22.700 wurden verletzt (UN-Bericht). Ein in Minsk geschlossenes Friedensabkommen konnte den Krieg nicht beenden.

Der Minsker Friede

Anfang 2015 brachten Deutschland und Frankreich die Ukraine und Russland in ein gemeinsames Friedensabkommen. Kritiker halten es für wertlos – in zwei Jahren konnte der in Minsk geschlossene Vertrag den Konflikt nicht beenden.

Was forderte nun Trump von Russland?

Die Rückgabe der Krim-Halbinsel und ein Ende der Gewalt in der Ostukraine. Das sagte sein Pressesprecher Sean Spicer in Trumps Namen am Dienstagabend (White House). Konkret: "Präsident Trump hat es sehr deutlich gemacht, dass er von der russischen Regierung eine Deeskalation in der Ukraine und eine Rückgabe der Krim erwartet."

Diese Haltung habe Trump schon lange. Spicer sagte noch, unter Obama habe es keine so klare Konfrontation mit Russland gegeben.

Stimmt das?

Nein. Obama hatte nach der Annektion der Krim bereits im März 2014 Sanktionen gegen Russland verhängt. Damit sollte die russische Wirtschaft geschwächt werden und die Regierung zu einem Einlenken gezwungen werden. Auch die Europäische Union beteiligte sich an Sanktionen. Trump hingegen hatte in Aussicht gestellt, die Sanktionen aufzuheben (CNN). Hier berichten junge Russen, wie sich die Maßnahmen auf ihr Leben auswirkten:

Wie reagierte Russland auf Trumps plötzliche Forderungen?

Not amused. Die Sprecherin des Außenministeriums sagte, die Krim werde russisch bleiben (Russia Today). Konkret: "Wir geben unsere Gebiete nicht zurück. Die Krim ist Teil der russischen Föderation."

Und was bedeutet das für den Ukrainekonflikt?

Dass er sich erneut verschärfen könnte. Kurz nach Trumps Amtseinführung hatte er erstmals mit Putin telefoniert – schon am Tag darauf eskalierte die Gewalt in der Ostukraine erneut (Ukraine Crisis Media Center). Jede (unvorhersehbare) Handlung der USA hat also reale Auswirkungen auf die Menschen in der Ukraine.

Das könnte zum Schluss auch zu einem neuen Wettrüsten führen. Russland zog bereits Panzer in der Region zusammen, die Nato-Staaten ebenfalls. Trumps Hin und Her verschärft den Konflikt erneut.


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