Von dieser Reise sind Tausende bewegt: Bei Twitter erzählen zwei Frauen, wie sie für eine Abtreibung nach Großbritannien geflogen sind. Sie protestieren damit gegen das Verbot in ihrer Heimat Irland. Jährlich entscheiden sich dort tausende Frauen wegen des Verbots für eine solche Reise.

"Wir machen diese Reise aus strikter Solidarität mit all unseren irischen Schwestern, die dies vor uns durchgemacht haben", sagen die Autoren von sich selbst auf Twitter. Sie fordern, dass der achte Zusatzartikel aus der irischen Verfassung gestrichen wird. Dieser legt seit 1983 fest, dass das Leben Ungeborener genau so zu schützen ist, wie das der Mutter.

Mehr als 26.000 Menschen folgen den Frauen, die sich am vergangenen Wochenende auf die Reise begaben. Die Diskussion erreichte schließlich auch den irischen Gesundheitsminister. Simon Harris, der selbst erst 29 Jahre alt ist, dankte den beiden ausdrücklich und sprach von einer Geschichte, die viele Menschen erleben würden. Das Lob des Ministers sorgte in Dublin inzwischen für viele Diskussionen (Irish Times).

Die Fotos, die von den Frauen während der Reise veröffentlicht wurden, zeigen keine Menschen. Doch die Bilder und Textschnipsel dürften einfangen, was viele Frauen bei einer Abtreibung erleben: langes Warten und das traurige Gefühl, mit einer Gewissensfrage alleine zu sein.

In ihren Tweets sieht man vor allem triste Fußböden von Arztpraxen, die Fahrt in einem Taxi oder das Bett, in dem sich die beiden Frauen nach dem Termin ausgeruht haben. Ein Bild zeigt ein blutbeflecktes Laken in einem Hotelzimmer. Darunter steht der Kommentar: "Nicht die ersten oder letzten blutenden Frauen, die einen langen Weg nach Hause antreten müssen". Dazu erwähnen sie den irischen Regierungschef Enda Kenny, der sich wiederholt für den Bestand des Abtreibungsverbots ausgesprochen hatte.

Warum gibt es in Irland ein Abtreibungsverbot?

Irland gilt als streng katholisch. Seit mehr als 100 Jahren sind Schwangerschaftsabbrüche verboten. 1983 stimmte die Bevölkerung dafür, dass ein streng gefasstes Abtreibungsverbot in die Verfassung geschrieben wurde. Das führt dazu, dass auch Kinder ausgetragen werden müssen, von denen die Mütter wissen, dass sie nicht lebensfähig sind. Für viele ein krasser Eingriff in ihre Selbstbestimmung und eine zusätzliche psychische Belastung.

Wie viele Frauen betrifft das?

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden haben seit 1980 mehr als 165.000 Frauen aus Irland eine Abtreibung im Vereinigten Königreich durchführen lassen. Das sind durchschnittlich zwolf Abtreibungsreisen pro Tag. Die meisten Frauen sind zwischen 20 und 24 Jahren alt. Die Abbrüche finden vor allem in den ersten beiden Schwangerschaftsmonaten statt. (gov.uk)

Gab es die Abtreibung wirklich?

Da die beiden Frauen anonym von ihrer Reise twitterten, lässt sich nicht überprüfen, ob wirklich ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wurde. Eine Interviewanfrage von bento blieb zunächst unbeantwortet. Doch selbst, wenn die zwei nur für verwackelte Fotos nach Großbritannien gereist wären: Das irische Abtreibungsverbot ist echt. Und die Fotos stoßen abermals eine wichtige Debatte an.


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Das sind die besten Filme der jüngsten Zeit
177 Filmkritiker aus 36 Ländern haben entschieden

Die 100 besten Filme der jüngsten Zeit stehen fest. Zumindest wenn es nach 177 Filmkritikern aus 36 Ländern geht, die von der BBC befragt wurden. BBC-Kulturredakteur Matthew Anderson sagt dazu: "Wir hoffen, diese Liste wird Diskussionen auslösen, nicht nur unter Kritikern und Filmliebhabern, sondern bei allen, die Filme genießen und eine Meinung dazu haben, was einen guten Film ausmacht." (BBC)

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