Bild: Children's Television Workshop/Courtesy of d
Eine Geschichte in 5 Tweets.

 #MenAreTrash – "Männer sind Abfall": Unter diesem Hashtag ist eine wütende Diskussion auf Twitter entbrannt. Schnell standen auf der einen Seite diejenigen, die strukturelle Probleme der Geschlechter unter #MenAreTrash treffend zusammengefasst sahen, auf der anderen empörte Männer und Frauen und dazwischen eine Horde Trolle.

Also ein ganz normaler Tag auf Twitter? Nicht ganz.

Worum geht's bei #MenAreTrash?

Alles begann mit dem folgendem Tweet der taz-Redakteurin Sibel Schick – dabei verwendete sie den Hashtag in ihrem Ursprungstweet noch gar nicht.

Auf den Tweet reagierten viele Menschen – der Hashtag entstand und stieg in der Twitter-Community rasant auf. Frauen erzählten von sexistischen Situationen, die sie durch Männer erfahren mussten.

Doch dann änderte sich der Ton: Unter #MenAreTrash twitterten nun nicht nur Menschen, die sich der Autorin anschließen, sondern immer mehr Frauen, die sich von dem Hashtag distanzieren:

Und dann kamen – natürlich – Männer ins Spiel. Viele von ihnen fühlten sich scheinbar durch den Hashtag so angegriffen, dass sie sich nicht mehr mit Argumenten zu helfen wussten. Und dabei hässlich, beleidigend und einfach scheiße wurden. Shahak Shapira fasst dazu passend zusammen:

#MenAreTrash kommt aus Südafrika.

Leider wurde durch den rauen Ton die Diskussion, ob Sexismus eigentlich strukturell bekämpft oder individuell betrachtet werden muss, komplett in den Hintergrund gedrängt. Diese Frage wird auch innerhalb der Frauenbewegung debattiert – aber Twitter scheint dafür jedenfalls in Deutschland nicht die richtige Plattform zu sein.

Anders ist die Lage in Südafrika: Da liegt der Ursprung des Hashtags #MenAreTrash.

Auslöser war ein Vorfall: Die Studentin Khensani Maseko beging Selbstmord, nachdem sie von ihrem Freund vergewaltigt wurde. Unter dem Hashtag #MenAreTrash teilten daraufhin Frauen, die ebenfalls häusliche Gewalt oder Übergriffe durch den Partner erleben mussten, ihre Geschichte. Hier ein Beispiel:

Ein brisantes Thema, doch...

...das geriet bei #MenAreTrash in Deutschland völlig in den Hintergrund. Sibel Schick erhält jetzt täglich Anfeindungen der übelsten Sorte – und das, obwohl der Hashtag gar nicht von ihr kommt (ze.tt). 

Dass diese simple Provokation das Selbstbewusstsein mancher Männer so in ihren Grundfesten erschüttern kann, sollte zu denken geben. Klar, der Hashtag provoziert. Ja, er lenkt vielleicht von den Geschichten ab, die dahinter stehen. Aber man könnte trotzdem auch einfach innehalten, zuhören und die Strukturen überdenken – anstatt zu genau das zu tun, was im Ursprung das Problem ist: ein Arschloch zu sein.


Today

Hamburg verkauft Flüchtlingshäuser bei eBay
Drei Fragen, drei Antworten zum Angebot

Knapp drei Jahre nach dem besonders viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, stehen viele Unterkünfte leer. Die Menschen leben an anderen Orten, haben mittlerweile Wohnungen. Die Stadt Hamburg verkauft deshalb nun 50 ehemalige Flüchtlingshäuser bei Ebay Kleinanzeigen.