Die heiße Wahlkampfphase ist eröffnet! In den USA fand das erste TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump statt. Clinton bewirbt sich für die Demokraten, Trump für die Republikaner um das Amt des US-Präsidenten.

In seinem Wahlkampf war Trump bislang eher als Rüpel aufgefallen – Clinton hingegen wurde von vielen als kühl und distanziert empfunden. Beide liegen in Umfragen eng beieinander. Das TV-Duell wurde von rund 100 Millionen Zuschauern verfolgt. Sie wollten wissen: Können sich die Kandidaten neu erfinden?

Tatsächlich gab sich Trump in der ersten halben Stunde nüchterner. Und Clinton auf höfliche Art angriffslustig.

Das Duell in fünf Sätzen:
1. "Maybe he's not as rich as he says he is (or) maybe he doesn't want the American people to know that he's paid nothing in federal taxes."

Clinton griff direkt an: Seit 40 Jahren veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärung. Trump aber nicht. Vielleicht könne oder wolle er nichts zahlen, mutmaßte Clinton. Auf jeden Fall unterstütze er so nicht "die Truppen" oder das Schulwesen. Trump wurde direkt an seinem Ego gepackt; seinem behaupteten Reichtum. Trump schob nach, er werde die Zahlen demnächst veröffentlichen.

2. "He has a long record of engaging in racist behaviour."

Trumps harte Einstellung zu mexikanischen Immigranten und Afroamerikanern wurde mehrmals Thema. Mit Blick auf die Polizeigewalt forderte er noch mehr Härte und die Durchsetzung der Gesetze, um wieder für weniger Proteste zu sorgen. Clinton will hingegen die Strafjustiz reformieren.

3. "I don't believe that Hillary has the stamina."

Trumps deutlichster Angriffspunkt war Clintons angebliche Schwäche. Sie habe nicht das Zeug zum Staatsoberhaupt, er hingegen sei in "good temper". Clinton antwortete nüchtern: Sobald er 112 Länder bereist habe, Waffenruhen ausgehandelt und Geiselnahmen beendet habe, könne er mit ihr noch mal über Standhaftigkeit reden. Das Publikum johlte.

Hier die Szene:
4. "I think Donald just criticized me for preparing for this debate. And yes I did. And you know what else I prepared for? I prepared to be president. And that’s a good thing."

Gegen Ende der Debatte fiel es Clinton immer leichter, politische Sachverhalte kurz und galant zu erklären. Trump hingegen konnte viele Zusammenhänge nicht erläutern, er verstrickte sich – und ging auf Angriff. Aber Clinton scheint im Vorfeld solche Attacken gut geübt zu haben: "Just join the debate by saying more crazy things."

5. "This is a man who has called women pigs, slops and dogs"

Zum Ende der Debatte holt Hillary Clinton noch mal aus und wirft Trump vor, Frauen als "Schweine" und "Hunde" beschimpft zu haben. Trumps kraftloses "Stimmt nicht" verhallt. Die Zitate sind belegt, jeder kann sie sich auf Youtube ansehen. Noch ein Punkt für Clinton.

Nach der Debatte wurde Donald Trump wurde von Journalisten darauf angesprochen, warum es nicht so gut lief. Seine Erklärung: "Die haben mir ein kaputtes Mikro gegeben".

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