Bild: dpa/Montage: bento
Das, was davon noch übrig ist.

In der Türkei könnte die Medienvielfalt und kritische Berichterstattung noch mehr als bisher eingeschränkt werden. Mehrere Zeitungen und Sender einer Mediengruppe sollen an einen Konzern übergehen, der Recep Tayyip Erdogan nahe steht.

Bislang halbwegs unabhängige Medien stünden dann künftig unter der Kontrolle des türkischen Präsidenten.

In den vergangenen Jahren wurde die Pressefreiheit in der Türkei immer weiter eingeschränkt, Dutzende Journalisten sitzen in Haft. Kritiker befürchten nun noch drastischere Einschränkungen.

Worum geht es?

  • Um Zeitungen und Sender der Dogan-Gruppe.
  • Aydin Dogan ist ein türkischer Medientycoon – jetzt will er an den Konkurrenten Erdogan Demirören verkaufen.
  • Dessen Demirören-Gruppe besitzt bereits viele Medien im Land,
  • Demirören gilt als enger Vertrauter von Staatschef Erdogan.
  • Seine Medien berichten regierungsnah.

Dogan und Demirören bestätigten, dass sie miteinander verhandeln. (Tagesschau/SPIEGEL ONLINE)

Um welche Medien handelt es sich?

Es geht unter anderem um:

  • Die große Zeitung "Hürriyet",
  • den Nachrichtensender CNN Türk,
  • den Sender Kanal D
  • und die Nachrichtenagentur DHA.

Das Paket der Dogan-Gruppe hat laut der Istanbuler Börse einen Wert von rund 725 Millionen Euro. Bereits im Besitz von Demirören sind die Zeitungen "Milliyet" und "Vatan". Die Blätter wurden 2011 von Demirören gekauft. Vorher waren sie unabhängig, danach schwenkten sie auf einen regierungsfreundlichen Kurs um.

Was bedeutet der mögliche Zusammenschluss?

Mit dem Verkauf würden mehrere große Medienhäuser unter Kontrolle von Demirören kommen – und wahrscheinlich ebenfalls nicht mehr kritisch berichten. In der Türkei blieben dann fast nur noch Medien, die Erdogan wohl gesonnen sind, die Bürger könnten sich nicht mehr unabhängig informieren.

Nach dem Putschversuch 2016 waren bereits per Notstandsdekret rund 150 Medienbetriebe geschlossen worden. Viele Journalisten wurden verfolgt, auch der deutsche Korrespondent Deniz Yücel saß fast ein Jahr lang ohne Anklage hinter Gittern. 

Wie geht es weiter?

Die Börsenaufsicht muss entscheiden, ob der Deal zustande kommt. Bislang gilt der Verkauf als wahrscheinlich.

Einen weiteren Schritt in Richtung Zensur hat die Türkei unabhängig vom Deal bereits unternommen: Am Donnerstag trat ein neues Gesetz in Kraft, mit dem die türkischen Medienaufsicht RTÜK künftig willkürlich Online-Angebote sperren kann, wenn sie ihrer Meinung nach gegen Gesetze verstoßen. Außerdem müssen türkische wie internationale Online-Medien nun eine Lizenz erwerben, wenn sie Videos, Fotos oder Audioaufnahmen veröffentlichen wollen. 

Das Gesetz greift so weit, dass selbst YouTube oder Netflix gesperrt werden könnten, wenn dort zum Beispiel Erdogan kritisiert wird.


Streaming

Wie aus dem Nichts kommt ein neuer, derber "Deadpool"-Trailer
Jede Szene ein Fest für Fans!

Das Kino ist dieser Tage voller Comic-Verfilmungen. "Infinity War", "Captain Marvel", "Aquamen" – bei all den Superhelden kann man schnell den Überblick verlieren.

Einer bleibt allerdings unverwechselbar: Deadpool.

Der Typ im roten Anzug war mal Auftragskiller, nach Experimenten erhielt er rasante Heilungskräfte. Hack ihm eine Hand ab – und sie wächst einfach nach. Die Gabe könnte Deadpool eigentlich für gute Taten nutzen – tatsächlich ist er aber einfach ein großer Arsch mit losem Mundwerk.