Türkei. 2016.

In der Türkei sind die Sommerferien zu Ende. Für knapp 19 Millionen Schüler beginnt ein neues Schuljahr, auch die Unis sind wieder geöffnet. Daran ist erst mal nichts besonders – außer, dass in diesem Jahr viele Lehrer nicht mehr vor ihren Klassen stehen.

Wir erinnern uns: Im Juli hatten Militärs in einem Putsch versucht, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Der Aufstand scheiterte, Erdogan konnte die Bevölkerung hinter sich vereinen (bento I). In den Wochen danach reagierte er mit Härte – und "säuberte" sein Land von allen, die ihm nicht wohl gesonnen waren. Unter anderem wurden bislang 39.000 Lehrer entlassen (Deutsche Welle).

Hier findest du einen Überblick über die Ereignisse:

Das türkische Bildungsministerium hatte damals versichert, schnell Ersatz zu finden. Doch dem scheint nicht so.

Was berichten die türkischen Medien über den Schulstart?

Dort werden keine Probleme benannt. 900.000 Lehrer stünden bereit, das Schuljahr habe normal begonnen (Hürriyet). Bei den entlassenen Lehrern habe es sich um Anhänger des islamistischen Predigers Fethullah Gülen oder der Kurdenpartei PKK gehandelt. Beide Seiten betrachtet die Regierung als Staatsfeinde.

Premierminister Binali Yildirim warnte in einer landesweit übertragenen Rede zum Schulanfang vor beiden Seiten (Turkish Minute). Staatsgegner verurteilten die Rede auf Twitter:

Unter den schulpflichtigen Kindern seien auch rund 835.000 syrische Flüchtlinge – 310.000 davon hätten in Schulen untergebracht werden können (Anadolu). Die Türkei gehört zu den Ländern, die die meisten syrischen Flüchtlinge aufnimmt (bento II).

Zum Schulbeginn wurden Pamphlete an alle Schüler verteilt. Der Titel: "Der Triumph der Demokratie am 15. Juli und das Gedenken an die Märtyrer".

Was berichten Schüler und kritische Seiten?

Im Netz ist die Stimmung ein bisschen anders. Die regierungskritische Seite Turkey Purge dokumentiert Vergehen der Regierung seit dem Putsch. Seit Schulbeginn kam es demnach zu mehreren Vorfällen:

Auch "Hürriyet" berichtet von einem Vorfall:

Auch Karikaturisten greifen die angespannte Lage an türkischen Schulen auf. In unten stehendem Bild sagt Erdogan zu seinem Bildungsminister: "Unterrichte sie über den Putsch vom 15. Juli!" Und dieser antwortet: "Das wäre schön, aber wir haben leider keine Lehrer übrig gelassen, die den Putsch erklären könnten – wir haben alle entlassen."

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