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Nennen wir es Hassliebe.

Das Verhältnis zwischen der Türkei und der Europäischen Union war schon mal besser. Eigentlich ist die Türkei ein Beitrittskandidat für die Union – doch seit Jahren kommen die Verhandlungen nicht voran. 

  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der EU vor, die Türkei zu diskriminieren. 
  • Aus Brüssel folgt die Kritik, dass sich die Türkei unter Erdogan mehr und mehr in einen Unrechtsstaat verwandelt.

Nun treffen sich beide Seiten zum EU-Türkei-Gipfel in Bulgarien: Vorab hat Erdogan die EU beleidigt, aber trotzdem um Aufnahme gebeten.

Was Erdogan gesagt hat:

  • Die EU betreibe "Heuchelei" und behandele die Türkei mit "Doppel-Standards". Soll heißen: Bei anderen Ländern wird nicht so genau hingeschaut. 
  • Erdogan meint, die EU würde "künstliche Hindernisse" schaffen, um der Türkei eine Annäherung schwer zu machen.
  • "Gewisse Kreise" würden so verhindern, dass die Türkei ein EU-Mitglied werden kann. (Tagesschau)

Was Erdogan gemeint hat:

Vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte viele Jahre eher eine "privilegierte Partnerschaft" für die Türkei anstatt einen echten EU-Beitritt. Die Verhandlungen stockten seit Jahren. 

Woran es aber auch hakt: 

Die Türkei beschneidet Pressefreiheiten und Bürgerrechte, verfolgt kurdische Minderheiten und engagiert sich im Syrienkrieg. Das macht es schwer, sie zum Partner zu machen – Erdogan will mit den Sprüchen nun von dieser Kritik ablenken.

Wie geht es weiter?

Auf dem EU-Gipfel im bulgarischen Warna trifft Erdogan auf den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk. Erdogan sagt, die Mitgliedschaft in der EU sei weiterhin sein "strategisches Ziel". 

Neben den Beitrittschancen werden beide Seiten auch über den Flüchtlingsdeal sprechen. Die EU zahlt der Türkei eine Millionensumme, damit türkische Beamte Flüchtlinge an der Reise übers Mittelmeer hindern. 

  • Tatsächlich ist die Route über die Ägäis nach Griechenland fast eingebrochen.
  • Menschenrechtler beklagen, dass Flüchtlinge nun in der Türkei in unwürdigen Zuständen leben.
  • An der türkisch-syrischen Grenze wurde bereits eine Mauer gebaut, türkische Soldaten schießen dort auf Flüchtlinge, die das Bürgerkriegsland verlassen wollen.

Die EU finanziert sich so einen "Türsteher" Erdogan. Dieser hat nun vor dem Treffen den Deal kritisiert: denn die Gelder würden zu schleppend kommen.


Gerechtigkeit

9 sehr gute Plakate bei der Demo gegen Waffengewalt
Protest in seiner kreativsten Form.

Proteste äußern sich schon lange nicht mehr nur durch das Skandieren von Parolen. In einer Welt, in der sich Bilder in Sekundenschnelle verbreiten, werden Plakate zu einem immer wichtigeren Element bei Demonstrationen. Anliegen und Forderungen werden mal mit Humor, mal mit erschreckenden Fakten untermauert. 

Auch beim "March for Our Lives", der Anti-Waffen-Demo am vergangenen Wochenende, die allein in der US-Hauptstadt Washington über 800.000 Menschen auf die Straßen gelockt hat, war es nicht anders. 

In einem Meer aus Plakaten ließen sich Memes, Kalendersprüche und Fakten finden, die alle nur ein Ziel hatten: Auffallen, um damit etwas zu verändern.