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Was wohl eher stimmt: Erdogan hat sich verzockt

Im August hatte die Türkei die Mission "Schild des Euphrat" begonnen. Mit Panzern rückte sie ins Nachbarland Syrien ein und mischte fortan im dortigen Krieg mit (bento). Jetzt ist die Mission laut einer offiziellen Regierungserklärung "erfolgreich beendet".

Die Ziele der Mission seien erreicht, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Mittwochabend im Fernsehen (Middle East Eye). Türkische Soldaten sollen aber weiterhin in Syrien bleiben, eventuell gebe es neue Militäraktion unter anderem Namen.

Was wollte die Türkei in Syrien – und hat sie es erreicht?

Offiziell gab es drei Ziele:

  1. Den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Türkei wollte die Islamisten aus dem syrisch-türkischen Grenzgebiet vertreiben, dort hatte der IS Gebiete und Städte erobert. Das ist gelungen: Tatsächlich haben von der Türkei unterstützte Rebellen den IS aus Städten wie Dscharablus und Al-Bab vertrieben.
  2. Kurdische Truppen in Nordsyrien klein halten. Die Türkei stuft die kurdische Arbeiterpartei PKK als Terrorgruppe ein – und geht daher auch gegen andere Kurdenmilizen vor. In Syrien kämpft vor allem die YPG erfolgreich gegen den IS. Die Türkei wiederum begann nun, die YPG zu bekämpfen. Das gelang jedoch nur mäßig.
  3. Wenn möglich, soll in dem eroberten Gebiet eine Schutzzone für syrische Flüchtlinge errichtet werden. Das ist bislang nicht geschehen.

Dieses IS-Gebiet hier wurde erobert:

Inoffiziell kommt noch ein weiteres Ziel hinzu: Die Regierung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan steht seit dem versuchten Putsch im vergangenen Sommer unter Druck. Teile der Bevölkerung stehen nicht mehr hinter Erdogan und seinem harten Durchgreifen.

Viele werfen der Regierung auch vor, den Terror ins Land geholt zu haben – denn der türkische Geheimdienst hatte einst den IS mit Waffenlieferungen unterstützt (bento). Nun kam es immer häufiger zu Anschlägen in der Türkei.


Die Mission in Syrien sollte daher auch den Türken daheim zeigen: Wir sind stark, wir kümmern uns. Allerdings kamen in Syrien immer wieder auch türkische Soldaten ums Leben, nicht alle Türken sind über den Kriegseinsatz glücklich.

Gibt es noch weitere Gründe für den plötzlichen Rückzug?

Am Donnerstag kommt der US-Außenminister Rex Tillerson zu einem Staatsbesuch in die Türkei. Die USA unterstützen die Kurden im Syrienkrieg – neben der YPG vor allem die SDF, die sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte. Die bestehen aus kurdischen und arabischen Kämpfern und rücken gerade auf Rakka vor, die "Hauptstadt" des IS.

Weil in den SDF Kurden sind, steht die Türkei diesem Bund eigentlich feindlich gegenüber. Gleichzeitig kämpft sie an deren Seiten gegen die Islamisten in Syrien. Auch mit Russland arbeitet die Türkei zusammen, ist sich aber im Umgang mit dem syrischen Regime uneins. Das ganze sieht also so aus:

Der wahre Grund für den Rückzug könnte also auch sein, dass Erdogan sich mit seinem militärischen Abenteuer in Syrien übernommen hat – und nun vor Russland und den USA klein beigibt.


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