Bild: Francois Mori/AP/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Was ist passiert?

Seit mehr als einem Jahr sitzt ein deutscher Staatsbürger in der Türkei nach einem Medienbericht wegen Terrorvorwürfen im Gefängnis. Der heute 55-Jährige sei bereits im Juli 2017 zu neun Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, berichteten WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das ihnen vorliegende Urteil. 

Was wird ihm vorgeworfen?

Nejat U. soll aktives Mitglied in einem Unternehmerverein gewesen sein, der der Bewegung des türkischen Predigers Fethullah Gülen nahesteht. Die Türkei sieht den im Exil in den USA lebenden Gülen als den Drahtzieher des gescheiterten Putsches vom Juli 2016. 

Dem Bericht zufolge war der heute 55-Jährige aus der Türkei zum Studium nach Deutschland gekommen und hatte viele Jahre in Aachen gelebt. In der Türkei habe er später in seinem Geburtsort eine Firma gegründet, die er bis zu seiner Verhaftung im April 2017 geleitet habe.

Das Auswärtige Amt habe sich auf Nachfrage nicht zu der Rechtmäßigkeit des Urteils äußern wollen, heißt es in dem Bericht. Der Mann werde vom deutschen Konsulat in Izmir betreut. 

Was ist im Juli 2016 in der Türkei passiert?

Damals hatten Teile der türkischen Streitkräfte versucht, die Regierung um Präsident Erdogan abzusetzen. Der Putschversuch wurde allerdings schnell niedergeschlagen, noch in der Nacht hieß es, es seien mehr als 2000 Soldaten verhaftet worden. 

Erdogan machte den in den USA lebenden Prediger Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Beweise gibt es dafür jedoch nach wie vor keine. Seit dem Putschversuch gibt es eine Verhaftungswelle angeblicher Unterstützer von Terroristen in der Türkei. Nach US-Angaben sollen rund 160.000 Menschen verhaftet worden sein, ebenso viele wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen. (Handelsblatt)

Mit Material von dpa


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