Durch die erfolgreiche Sky- und HBO-Serie "Chernobyl" ist die Katastrophe von damals wieder ein großes Thema. Aber was genau ist damals eigentlich genau los gewesen? Und inwieweit beeinflusst uns das noch heute?

Was ist damals in Tschernobyl passiert?

Am 26. April 1986 kam es in dem ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum bislang schlimmsten Atomunfall der Geschichte: In Block 4 des Kraftwerks kam es zu einer vollständigen Kernschmelze. Die daraus folgenden Explosionen stieß radioaktives Material in die Luft, das sich über weite Teile Europas verbreitete. (Landeszentrale für politische Bildung BaWü)

Am schlimmsten traf es die Region rund um das Kraftwerk. Tschernobyl selbst und die nahegelegene Stadt Pripyat sind bis heute nicht bewohnbar. Die Sowjetunion – zu der die Ukraine damals gehörte – versuchte, den Vorfall weitestgehend zu vertuschen. Nachrichten über das Ausmaß der Katastrophe drangen nur schwer an die Öffentlichkeit. In Schweden wurde zwei Tage nach dem atomaren Unfall erhöhte Strahlung gemessen – zu dem Zeitpunkt ahnten die westeuropäischen Staaten erstmals, dass in der abgeschotteten Sowjetunion ein Unglück geschehen sein musste.

Wie wurde damals über die Katastrophe berichtet?

Nachrichten drangen nur gefiltert an die Öffentlichkeit. Die Sowjetunion versuchte, den Vorfall geheim zu halten. So berichtete die "Tagesschau" in den Tagen nach dem Unfall:

Wie sieht es heute in Tschernobyl aus? Eindrücke in der Fotostrecke:

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Wie ging es nach dem Unglück weiter?

Ein Betonklotz wurde um den Reaktor gezimmert, er soll den Austritt der Strahlung verhindern. Allerdings bekommt er bereits Risse, eine Stahlkuppel soll ihn bald ersetzen. (SPIEGEL ONLINE) Die radioaktiven Stoffe, die die Zone verseucht haben, haben eine Halbwertzeit von bis zu zehntausend Jahren. Das heißt, so lang sind sie noch in der Umgebung und können Menschen verstrahlen. (tschernobyl-info.de)

Wie schlimm ist atomare Verstrahlung?

Die hohe radioaktive Strahlung führt zu Gesundheitsschäden. Wer einer solchen Strahlenbelastung unmittelbar ausgesetzt ist, stirbt rasch und qualvoll. Über einen längeren Zeitraum kann radioaktive Strahlung vor allem zu Schilddrüsenkrebs führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzte, dass 4000 Einsatzkräfte aus Tschernobyl an den Folgen der Strahlenschäden starben. (WHO) In Europa wurden ganze Ernten wegen Verstrahlung vernichtet. Noch Jahre später lassen sich erhöhte Strahlenwerte feststellen, etwa in Wildschweinen und bestimmten Waldpilzen.

Was ist heute in Tschernobyl?

Die Region ist immer noch eine Sperrzone. Allerdings kann man sie für einen kurzen Aufenthalt besichtigen. Von der nahegelegenen ukrainischen Hauptstadt Kiew aus hat sich daher ein Katastrophentourismus etabliert.

bento-Autor Sebastian Christ ist hingefahren.

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