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Tsai Ing-wen ist die erste Frau an der Macht des Landes.
Was ist passiert?

Jahrelang beherrschte die Partei Kuomintang die demokratische Republik Taiwan, heute gewannen bei den Präsidentschaftswahlen die Oppositionellen. Damit ist die Demokratische Fortschrittspartei DPP an der Macht – und mit ihnen eine Frau, die chinakritische Tsai Ing-wen.

Der große Abstand zu ihrem Rivalen Eric Chu ist in den zurückliegenden Stunden noch gewachsen. Der Kandidat der regierenden "Kuomintang" räumte seine Wahlniederlage ein.

Es ist das erste Mal, dass in Taiwan eine Frau an der Spitze der Macht steht (Tagesschau).

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Was zeichnet die neue Präsidentin aus?
  • Die 59-Jährige wurde in Fangshan, einer Gemeinde von Taiwan, geboren.
  • Sie studierte an Eliteuniversitäten in den USA und England, unter anderem der Cornell University und der London School of Economics and Political Science (SPIEGEL ONLINE).
  • Mitarbeiter beschreiben Tsai als "gewissenhaft und intelligent". Die frühere Juraprofessorin höre zu und bringe unterschiedliche Positionen zusammen (Zeit).
  • Tsai ist ledig und tritt für die Homo-Ehe ein (SPIEGEL ONLINE).
  • Ihr Vorbild ist Angela Merkel, die als Physikerin genauso wie Ing-wen aus dem Universitätsbereich kommt (Zeit).
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Was bedeutet der Machtwechsel für Taiwan?

Tsai Ing-wens Triumph könnte den seit vielen Jahrzehnten brodelnden Taiwan-Konflikt neu entfachen. Denn China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1949 als Teil seines Territoriums und verfolgt nach wie vor eine Wiedervereinigung. Tsai Ing-wen hingegen setzt eher auf die Eigenständigkeit der Inselrepublik.

In den USA sorgt die Möglichkeit eines offenen Konflikts zwischen Taiwan und China unter Experten für Sorge. Die Denkfabrik Brookings Institution veröffentlichte im vergangenen Jahr eine Analyse mit dem Titel "Die Rückkehr der Taiwan-Frage in die Beziehungen zwischen den USA und China". Darin heißt es: "Die Politik einer DFP-Regierung könnte einen Rückschlag in den Beziehungen zu China verursachen." Alles hänge davon ab, wie China auf einen DFP-Wahlsieg reagiere (SPIEGEL ONLINE).