Bild: Getty Images; Montage: bento
Auf Twitter berichten Menschen von ihren "schönsten" Reiseerlebnissen.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis? Schon 2011 stellte die Werbeabteilung der Hotelkette "Trump Hotels" die Frage bei Twitter – wohl in der Hoffnung, im Internet ein bisschen Aufmerksamkeit zu erlangen.

Nach dem Einreisebann gegen Flüchtlinge und Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Länder (bento) durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump sind die Reaktionen zahlreich und voll von Spott und Ironie gegen die Hotelkette – und gegen den Präsidenten.

Der schottischen Satirikerin Janey Godley blieb eine Reise zum schottischen Trump-Hotel in Turnberry im Sommer 2016 nachhaltig in Erinnerung. Sie war dorthin gefahren, um gegen Trump zu protestieren:

Aminatou Sow schickte ein Foto ihres Aufenthaltstitels als anerkannte Asylsuchende von 2011, mit dem sie damals in die USA eingereist war:

Sow stammt aus Guinea, heute ist sie leitende Redakteurin beim US-Shopping-Blog Racked.

Der kanadische Schauspieler Kaj-Erik Eriksen, der in Los Angeles lebt, kopierte Trumps Twitter-Stil und lobte im Tweet an die Trump Hotels die Hotels der Kette Four Seasons, ergänzt mit Trumps typischem Tweet-Nachsatz "Traurig!":

Diese und viele weitere schöne Antworten sind nach wie vor online, direkt unter dem Original-Tweet zu lesen, der damals die "liebsten Reiseerinnerungen" abfragen wollte – und vermutlich anders gedacht war.

Am Wochenende war offenbar geworden, was das temporäre Einreiseverbot vom Freitag für Zehntausende bedeutet.

An den US-Grenzen wurden Menschen aus den betroffenen Ländern Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien festgenommen, darunter viele, die über gültige Einreisepapiere verfügten. In aller Welt weigerten sich Fluglinien, Passagiere mitzunehmen, aus Angst, für deren Rückführung aufkommen zu müssen.

An etlichen Flughäfen und in mehreren Städten der USA formierte sich Protest gegen den sogenannten #muslimban. Am Sonntag erklärte Trump, der Bann sei nicht gegen Muslime gerichtet. Es gehe um Terrorismus und darum, "unser Land zu schützen", so Trump.

Die wichtigsten Infos zum "Muslim Ban":
Das Dekret soll die USA vor einreisenden Terroristen schützen. In den kommenden 120 Tagen sollen daher keine Flüchtlinge aufgenommen werden.
Weiterhin gilt komplettes Einreiseverbot für Bürger aus dem Irak, dem Iran, Syrien, Libyen, Somalia, dem Jemen und dem Sudan.
An Bürger dieser mehrheitlich muslimischen Länder werden keine Visa erteilt.
Die Zeit sollen die US-Behörden nutzen, um neue, schärfere Einreiseregeln auf den Weg zu bringen.
Die Einreise von Flüchtlingen aus Syrien stoppt Trump auf unbestimmte Zeit. Die Gesamtzahl von Flüchtlingen in den USA wird auf 50.000 begrenzt.
Trump begründet die Maßnahme mit der Erinnerung an den Anschlag vom 11. September.
Die damaligen Flugzeugenführer waren jedoch keine Flüchtlinge und stammten aus Ländern, die nicht auf dieser Liste stehen.
Auch in den jüngsten Jahren begangene Anschläge in den USA wurden nicht von Flüchtlingen begangen.
Der Bann hinderte in den ersten Tagen vor allem Geschäftsreisende und US-Bürger mit doppelten Pässen an der Einreise.
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Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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Gänsehautmoment am Flughafen: Hier wird Trumps Einreiseverbot gekippt

Donald Trump hat ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern ausgesprochen. Das Dekret ist als "Muslim Ban" bekannt, es soll die USA vor potenziellen Terroristen schützen (bento).