Bild: imago/Xinhua
Happy 200th Birthday!

Was ist passiert?

Die Stadt Trier hat ein Geschenk bekommen. Ein ziemlich großes. Überlebensgroß. Es handelt sich um eine Statue von Karl Marx – mit freundlichen Grüßen aus der Volksrepublik China.

Erinnert an die Freiheitsstatue, die einst ein Geschenk von Frankreich an die USA war. Klingt komisch? Ist in Trier, der Geburtsstadt von Marx aber jetzt so passiert. 

Wer war Karl Marx?

Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren. Der Philosoph und Ökonom ist er der Verfasser des "Kapitals", der Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Aufgrund seiner kommunistischen Idee galt er auch in der DDR als Leitfigur. Mit dem Untergang vieler sozialistisch geprägter Staaten wurde auch die Kritik an seinen Visionen lauter. Marx ein Denkmal zu setzen, halten viele für falsch, weil diverse Unrechtsregime sich auf ihn berufen haben.

Wieso schenken die Chinesen der Stadt Trier einen Marx?

Aus der Volksrepublik China pilgern jedes Jahr 150.000 chinesische Touristen nach Trier, um dort das Karl-Marx-Museum zu besuchen. In diesem Jahr feiert die kommunistische Ikone seinen 200. Geburtstag. Ein guter Anlass, um der Geburtsstadt ein prunkvolles Geschenk zu machen, dachten sich zumindest die Chinesen. Und was wäre da besser, als eine fünf Meter hohe Statue?

  • Entworfen und gestaltet wurde die Statue vom chinesischen Bildhauer Wu Weishan.
  • Der Mega-Marx misst 4,40 Meter, inklusive Sockel sogar 5,50 Meter.
  • Gemacht wurde die Statue aus Bronze.
  • Der chinesische Marx wiegt stolze 2,3 Tonnen
  • Aktuell wird die Statue sogar bewacht, damit sie nicht vor der Enthüllung verunstaltet wird. 

Wo soll Marx hin?

Zunächst musste der Stadtrat dem Ausstellen der Statue zustimmen. Der Trierer Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) sagte zu der Karl-Marx-Statue aus China:

"Dass das größte Land der Erde an die kleine Stadt Trier denkt, das ist doch toll." (SWR)

Die Statue wird am 05. Mai 2018, Marx Geburtstag, feierlich enthüllt. An einem besonderen Ort:

  • Die Marx-Statue wird vor der "Porta Nigra" ausgestellt.
  • Das Stadttor aus der Zeit der Römer (170 n.Chr.) ist seit 1986 sogar UNESCO-Welterbe.

Was sagt die Stadt dazu?

"Nachdem der Stadtrat am 13. März 2017 der Annahme des Geschenks grundsäzlich zugestimmt hatte, einigten sich die Stadt Trier, Künstler Wu Weishan und die Volksrepublik China auf die Ausführungsdetails."

Angekündigt hat die Volksrepublik das Geschenk im Übrigen schon 2015. Seither stehen die Stadt Trier und die Chinesen im Kontakt, diskutieren über die Größe, das Aussehen und den Ausstellungsort. Im November 2017 hat Baudezernent Andreas Ludwig sogar den Bildhauer in Peking besucht und die Statue angeschaut. 

Aus dem chinesischen Generalkonsulat gibt es dazu folgende Formulierung:

„Die chinesische Seite würde gerne durch die Schenkung der Statue, auf die sich die Stadt Trier auch freut, ihren Beitrag zur Jubiläumsfeier leisten. Wir sind davon überzeugt, dass die Statue eine Bereicherung zum Jubiläumsjahr darstellen und lange für die Freundschaft zwischen den beiden Ländern stehen wird.“

Michael Schmitz, Pressereferent der Stadt Trier erklärte uns gegenüber die Überprüfung der Schenkung so:

Generell muss der Stadtrat der Annahme von Geschenken oder Spenden ab einer bestimmten Größenordnung zustimmen. Das war auch bei der Statue so. Bei dieser Debatte gab und gibt es drei verschiedene Haupt-Kritikpunkte:

  • Die Kritik daran, dass man kein Geschenk von China annehmen sollte.
  • Die Kritik daran, dass man Marx kein Denkmal setzen sollte, weil diverse Unrechtsregime sich auf ihn berufen haben.
  • Die Kritik an der Ästhetik: Die geplante Statue sei nicht auf dem aktuellen, künstlerischen Niveau. Man hätte in Trier besser selbst einen Wettbewerb ausgeschrieben und einen Künstler beauftragen sollen.

Trotzdem hat sich der Stadtrat für die Statue entschieden. Schmitz:

"Viele sehen Marx heute weniger negativ, viele sind sogar stolz darauf, dass es so einen berühmten Trierer gibt. [...]Es gibt auch längst nicht mehr die oft ideologisch motivierten Vorurteile bei der Debatte über Karl Marx. Viele Trierer lernen gerade durch die laufenden Debatten und bestimmt auch durch die anstehende Landesausstellung „ihren Karl“ erst jetzt so richtig kennen."

Ist die Statue wirklich nur ein nettes Geschenk?

Neben den positiven Stimmen aus dem Stadtrat zum Geschenk der Chinesen gab es auch kritische Bedenken aus der Politik gegenüber der Statue. Ist es wirklich in Ordnung, eine so große Statue von Marx mitten in Trier aufzustellen?

Reiner Marz von den Grünen plädierte dafür, das Geschenk abzulehnen. Dadurch könne man Kritik an den Menschenrechtsverletzungen Chinas üben (SPIEGEL ONLINE):

 "Wer ein Geschenk annimmt, ehrt den Schenkenden. Die Kommunistische Partei Chinas ist keine Ehre wert".

Auch Michael Frisch von der "Alternative für Deutschland" findet die Idee der Statue nicht ideal. Marx sei kein Humanist gewesen, sondern ein antidemokratischer Revolutionär (SPIEGEL ONLINE) mit schwierigen Ansichten:

 "Marx hat die parlamentarische Demokratie abgelehnt. Zum Judentum hatte Marx ein schwieriges Verhältnis."

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