Bild: dpa/Jg Carstensen

Die SPD galt mal als die Partei der kleinen Leute. Als Schutzherr der Arbeiter und Armen. In letzter Zeit hat die Partei einige Probleme, das glaubwĂŒrdig rĂŒberzubringen. Es wirkt, als hĂ€tte die SPD das GespĂŒr fĂŒr ihre StammwĂ€hler verloren: In den vergangenen Jahren haben sich Millionen von der Partei abgewandt. In Umfragen liegt die SPD nur noch bei 18 Prozent. (Welt)

Neuer Tiefpunkt: Tom Schreiber, 39, verfassungspolitischer Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, der auf Twitter ein Video kommentiert. Das Video zeigt, wie der Hamburger Innensenator Andy Grote bei einer Anhörung zu den G20-Protesten verbal angegangen wird. "Grote raus", rufen sie.

Und Schreiber? Der hatte nicht viel VerstĂ€ndnis fĂŒr die Wut der Schanzen-Anwohner, deren Viertel im Juli beim G20-Gipfel in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Er schrieb:

Auf Twitter wunderten sich Nutzerinnen und Nutzer: "Morgen gibt's ja wieder Geld vom Sozialamt 😂" – Macht sich hier gerade ein bekannter SozialdemokratÂ ĂŒber SozialhilfeempfĂ€nger lustig? Was sollen der abfĂ€llige Tonfall und der Lachsmiley?

Warum stigmatisiert Tom Schreiber SozialhilfeempfÀnger? Das haben wir ihn gefragt. Er schreibt uns:

Ich wollte keine SozialhilfeempfÀnger stigmatisieren.
Tom Schreiber

Er bedauere, dass der Tweet aus dem Zusammenhang gerissen werde. Er sei als ironischer Kommentar gemeint gewesen und habe sich auf eine Studie bezogen, wonach viele Berliner Linksautonome selbst arbeitslos seien. Das hÀtte er erwÀhnen sollen, sagt Schreiber jetzt: "Die Menschen, die den Staat bekÀmpfen, beziehen selbst Leistungen."

Allerdings gibt Schreiber auch zu: Er wisse gar nicht, wer in dem Video zu sehen ist, auf das er sich bezog. Anwohner der Schanze? Junge Eltern, die von der Polizei enttĂ€uscht sind? Oder Linksradikale? Schreiber wusste das nicht. Und hielt die Besucher der Veranstaltung laut seiner Rechtfertigung dennoch reflexartig fĂŒr Linksautonome und entschied, einen Witz ĂŒber ihre vermutete Arbeitslosigkeit zu machen.

Eines sei noch wichtig, schreibt er schließlich noch spĂ€t in der Nacht auf unsere Anfrage. Er sei ein Hassobjekt der linksautonomen Szene, habe schon Polizeischutz und eine versuchte gefĂ€hrliche Körperverletzung erlebt.

TatsĂ€chlich legt Schreiber sich als Verfassungsschutz-Experte der SPD in Berlin schon lĂ€nger mit allen an: Linksextremen, Rechtsextremen, Rockern. Linken gilt er als verhasster Law-and-Order-Mann. Mit den Hausbesetzern aus der Rigaer Straße streitet er regelmĂ€ĂŸig. (Tagesspiegel)

Ganz offensichtlich will so Schreiber so seine gereizte Reaktion erklĂ€ren. Noch Stunden spĂ€ter reagiert er auf Kritik an seiner Äußerung pampig – und postet GIFs wie dieses hier:

LĂ€uft bei der SPD.


FĂŒhlen

MAC wollte "Ramadan-Make-up" vermarkten, wird jetzt von Muslimen ausgelacht
Schminke fĂŒr 3 Uhr morgens?

Millionen Muslime aus aller Welt begehen gerade den Fastenmonat Ramadan. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dĂŒrfen sie nichts essen und trinken, das gilt als Zeichen innerer Einkehr.

In vielen arabischen LĂ€ndern ist der Ramadan aber dennoch kein besinnlicher Monat – vielmehr treffen sich junge Muslime zu Partys, im Fernsehen laufen neue, aufwendig produzierte Serien und es gibt jede Menge Geschenke fĂŒr die Kinder.

Die Kosmetikfirma MAC wolle nun vom Ramadan-Business ein bisschen profitieren –  was deutlich schief ging.

Der typische Tagesablauf im Ramadan sieht bei fastenden Muslimen ungefĂ€hr so aus: Vor Sonnenaufgang wird beim SahĆ«r, im Englischen Suhoor genannt, um etwa 3 Uhr morgens eine Mahlzeit zu sich genommen, anschließend wird dann ĂŒber den Tag komplett auf Essen und Trinken verzichtet. Erst nach Sonnenaufgang beim Iftar wird das Fasten gebrochen.

Und was sollte beim SahĆ«r um 3 Uhr morgens vor der ersten Schale MĂŒsli am besten sitzen? Na, das perfekte Glamour-Make-up natĂŒrlich! Das zumindest dachte sich der Make-Up-Konzern M.A.C, als er ein Tutorial mit der Beschreibung "Get ready for a glamorous Suhoor look in a few easy steps!" postete.