Bild: Symbolbild aus anderer Universität/Bernd Wüstneck/dpa
Was gerade in Tokio los ist, in vier Punkten erklärt.

Die medizinische Hochschule in Tokio soll die Ergebnisse der Zulassungstests von Bewerberinnen gefälscht haben – und das über Jahre. Mehrere Medien in Japan berichten darüber. 

Was bisher über den Fall bekannt ist:

  • Seit wann? Die Hochschule habe 2011 damit begonnen, nachdem 2010 die Zahl zugelassener weiblicher Studenten deutlich gestiegen war, berichtete die Zeitung "Yomiuri Shimbun" am Donnerstag. (Wiener Zeitung/Deutschlandfunk Nova)
  • Wie hat das funktioniert? Die Testergebnisse weiblicher Kandidaten sollen demnach systematisch mittels eines Koeffizienten heruntergerechnet worden sein. Der Anteil sollte so bei 30 Prozent gehalten werden, berichtete die Zeitung. 
  • Warum das Vorgehen? "Frauen scheiden häufig nach dem Abschluss aus (...), wenn sie heiraten und ein Kind bekommen", zitierte die Zeitung eine nicht namentlich genannte Quelle. Innerhalb der Universität seien aber viele der Meinung, dass männliche Ärzte den Betrieb am Uni-Krankenhaus absichern müssten, weil dazu häufige Notfalleinsätze und lange Schichten notwendig seien.
  • Wie reagierte die private Universität? Sie kündigte eine interne Untersuchung an. 

In Japan sind vor allem die langen Arbeitszeiten eine Herausforderung für einige Frauen und Männer. Viele Frauen scheiden aus dem Job aus, wenn sie eine Familie gründen. In der Folge sind Frauen in etlichen Bereichen des öffentlichen Lebens in Japan unterrepräsentiert. So sind nur etwa 50 der 465 Abgeordneten des Unterhauses Frauen.


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