Was sich in Großbritannien jetzt ändert – und wie es in Deutschland aussieht. Drei Fragen, drei Antworten

In England wird der Verkauf von ganz jungen Welpen und Kätzchen verboten – das entsprechende Gesetz wird jetzt von der Regierung vorbereitet. Das Gesetz wird zur Folge haben, dass es Zoohandlungen sowie anderen Anbietern verboten wird, sich kommerziell an den Vierbeinern zu bereichern, solange sie jünger als sechs Monate sind (Offizielle Mitteilung).

Wer einen Welpen kaufen will, müsse das künftig in einem Tierheim oder bei kontrollierten, zugelassenen Züchtern tun, teilte das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten mit.

Alles begann mit der Kampagne "Lucy's Law". Worum geht es?

  • Das Gesetz wurde vor allem durch die Kampagne "Lucy's Law" in Bewegung gebraucht. Lucy war eine Cavalier-King-Charles-Spaniel-Hündin, die aus einer illegalen "Puppy Farm" in Wales gerettet wurde.
  • Der Besitzer war der Meinung, die Hündin sei wertlos – weil sie keinen Nachwuchs mehr bekommen konnte. Sie wurde in einem viel zu engen Käfig gehalten, was zu einer stark gekrümmten Wirbelsäule und Epilepsie führte.
  • 2013 wurde sie gerettet und von ihren neuen Besitzern mit offenen Armen empfangen. Seitdem gilt sie als das Symbol gegen Hunde- und Katzenhandel, unter anderem auch mit zahlreicher Unterstützung durch britische Promis.
  • An der Petition, die von Lucys neuer Familie ins Leben gerufen wurde, nahmen insgesamt fast 150.000 Menschen teil, was die Kampagne bis ins britische Parlament brachte. Letztes Jahr ist Lucy gestorben, doch ihr Werk wird hoffentlich lange fortleben.

Die Tierrechts-NGO Blue Cross schätzt, dass jährlich allein in Großbritannien 40.000-80.000 Welpen von Händlern verkauft werden – dabei gibt es noch nicht einmal 100 Verkäufer mit Lizenz (bbc). Mit dem neuen Gesetz hofft man nun, die schlechten Lebensbedingungen für junge Hunde und Katzen zu verbessern. 

Doch wie sieht die Situation mit dem Welpen- und Kätzchenhandel eigentlich in Deutschland aus?

Illegaler Handel mit Welpen oder Kätzchen ist in Deutschland generell verboten. Allerdings handelt es sich bei diesem Vergehen nicht um eine Straftat, sondern nur um eine Ordnungswidrigkeit: Am Ende kümmert sich das Ordnungsamt um Situationen, in denen "zum Beispiel ein Hund vor der achten Woche dem Muttertier entzogen wurde", sagt Polizeisprecherin Kerstin Ziesmer (MAZ). 

Der Verkauf von Welpen und Kätzchen steht also unter Strafe – der Verkäufer muss jedoch keine Anhörung vor Gericht befürchten. Die Jungtiere dürfen in Deutschland nämlich frühestens im Alter von acht Wochen von der Mutter getrennt werden (BMEL). Das geplante Gesetz über sechs Monate wird in England deutlich strenger.

Aber was ist mit erwachsenen Vierbeinern?

Dennoch ist es in beiden Ländern weiterhin legal, erwachsene Hunde und Katzen beispielsweise in Zoohandlungen zu verkaufen. Statt bei verifizierten Züchtern kann man sich also in vielen Orten Deutschlands immer noch einen Hund oder eine Katze in der Tierhandlung kaufen – oft unter dubiosen Umständen.

Die Bereitstellung von Hunden und Katzen ist in österreichischen Tierhandlungen schon seit vielen Jahren illegal. Dort dürfen sie zwar vermittelt, nicht jedoch in der Handlung gehalten werden (Greenpeace).


Gerechtigkeit

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