Bild: Pixabay; Montage: bento
Ein Hoch auf den Turmfalken!

Im Juli 2017 haben sich 6000 Neonazis in einem kleinen 3000-Einwohner-Dorf in Thüringen versammelt – und ein ausgelassenes Rechtsrock-Konzert gefeiert. Hinter (fast) blickdichten Zäunen zeigten die Konzertbesucher in Themar den Hitlergruß, die Polizei ermittelte. (bento)

Für die Organisatoren war das Neonazi-Konzert ein voller Erfolg. Schon bald wurde eine Neuauflage angekündigt: Am 8. und 9. Juni diesen Jahres sollte das nächste Festival steigen, wieder in Themar.

Nun haben Thüringer Behörden das Rechtsrock-Konzert verboten – allerdings nicht, weil sich dort Neonazis treffen.

Das Landratsamt Hildburghausen hat das Konzert in Themar aus Naturschutzgründen abgeblasen (MDR). Es beruft sich dabei auf Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes: Es erbietet, wild lebende Tiere streng geschützter Arten und europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs- oder Aufzuchtzeiten erheblich zu stören. 

Gleich mehrere Vogelarten wurden in der Umgebung der Konzertwiese in Themar entdeckt, darunter das Blaukehlchen, der Wanderfalke, der Uhu und die Bekassine. Dank der Vögel müssen die Veranstalter des Konzerts nun entweder Widerspruch einlegen – oder sich einen neuen Veranstaltungsort suchen. Bislang war Themar eine gute Anlaufstelle in der rechtsextremen Szene, dank lokaler Verbündeter:

Dass die Neonazis mit einem Widerspruch gegen das Verbot Erfolg hätten, ist unwahrscheinlich. In einem ganz anderen Fall zog kürzlich auch der Sänger Ed Sheeran den Kürzeren: Er wollte in Essen-Mülheim auftreten, Tierschützer entdeckten die Feldlärche auf dem Areal. Sheeran wich aus. (bento)

Die Neonazis dürften aber andere Anlaufstellen finden – in Thüringen oder im benachbarten Sachsen.

Bereits am 20. April, dem Geburtstag von Adolf Hitler, soll in Sachsen das "Schild und Schwert"-Festival steigen, viele rechte Bands sind angekündigt. Für den Sommer sind weitere Rechtsrock-Veranstaltungen in Thüringen geplant.

Allein 2017 gab es in dem Bundesland 59 derartige Events – mehr als einmal pro Woche. Behörden können die Veranstaltungen nur schwer verbieten: Da es sich nicht um politische Treffen, sondern "nur" um Konzerte handelt, greifen juristische Mittel kaum. 


Streaming

Die Show auf Netflix ist die beste, mieseste Backsendung aller Zeiten
Nichts ist schöner als Scheitern.

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