Bild: Daniel Maurer/dpa
Die Abschiebung wurde nur durch den Einsatz zweier Hebammen gestoppt. Vier Fragen, vier Antworten

Was ist passiert?

Ein Asylsuchender und werdender Vater aus Saalfeld in Thüringen sollte während der Geburt seines ersten Kindes aus dem Kreißsaal abgeschoben werden. Nur durch den Einsatz von zwei Hebammen, die den Vorfall mitbekamen, konnte die Abschiebung in letzter Minute gestoppt werden – da war der Mann schon am Frankfurter Flughafen.

Was ist genau vorgefallen?

Der Flüchtlingsrat Thüringen berichtet, dass in der Nacht des 10. Oktobers acht uniformierte Polizeibeamte und mindestens ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde den werdenden Vater gegen 2 Uhr nachts im Krankenhaus aufsuchten und abführten. Da lag die Mutter des Kindes bereits in den Wehen. Der Asylsuchende sollte nach Italien – das Land, das für ihn zuständig ist – abgeschoben werden. (Flüchtlingsrat Thüringen)

Erst durch den Einsatz zweier Hebammen sei die Abschiebung von den Behörden beendet worden – da befand sich der Mann allerdings schon am Frankfurter Flughafen. Anschließend konnte der Asylsuchende zu seiner Frau und dem Neugeborenen zurückkehren. 

War das rechtlich okay?

Der Flüchtlingsrat kritisiert das Vorgehen der Beamten schwer und verweist auf den Schutz der Familie. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Thüringer Landesärztekammer, Helmut Krause, sagte gegenüber dem Flüchtlingsrat: 

Der gesundheitliche und medizinische Raum des Krankenhauses ist eine Grenze für den Vollzug von Abschiebungen. Es bleibt unverständlich, warum diese Grenze [...] in Thüringen nicht respektiert wurde."
Helmut Krause

Was sagt die Ausländerbehörde zu dem Vorwurf?

Auf Anfrage der "Thüringer Allgemeinen" gab die Ausländerbehörde an, dass der Tag der Abschiebung langfristig geplant worden sei. Die Schwangerschaft der Frau sei kein Abschiebe-Hindernis, da nach deutschem Recht kein familiäres Verhältnis bestehe. Die Abschiebung für das Paar wurde nach Angaben der Behörde mittlerweile ausgesetzt und für deren Kind ein Asylantrag gestellt. (Thüringer Allgemeine)

Die Caritas Sozialbetreuung bestätigte der "Thüringer Allgemeinen" gegenüber jedoch, dass das Paar traditionell verheiratet sei und für das Baby eine Vaterschaftsanerkennung des Mannes vorlag. (Thüringer Allgemeine)

Wie geht es jetzt weiter?

Am Mittwoch Vormittag meldete sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow per Twitter zu Wort: In einem Thread gab er an, die Umstände prüfen lassen zu wollen. 

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr in Thüringen, dass eine Abschiebung aus dem Krankenhaus durchgeführt werden sollte: Schon im Mai sollte eine Nigerianerin, die aufgrund einer Risikoschwangerschaft eingewiesen wurde, von den Behörden aus dem Krankenhaus abgeschoben werden. Auch diese Abschiebung konnte erst in letzter Sekunde von den Ärzten verhindert werden. (Bild)


Haha

Polizei sucht Doppelgänger von Ross aus Friends – die Kommentare sind pures Gold
"HAT JEMAND SEIN SANDWICH WEGGEWORFEN?"

Für die Polizei Blackpool, einer englischen Kleinstadt im Nordwesten von Manchester, war es ein alltäglicher Vorgang: Ein Mann wird verdächtigt, in einem Restaurant etwas gestohlen zu haben. Weil sie seine Identität nicht feststellen können, veröffentlichen sie ein Kamerabild bei Facebook und bitten um Hilfe. 

So weit, so gewöhnlich. Womit die Polizei allerdings nicht rechnete, waren die Reaktionen. Denn tausende Menschen erkannten in dem gesuchten Mann den Schauspieler David Schwimmer, beziehungsweise seine bekannteste Rolle: Ross Geller aus der Kultserie "Friends". 

Nach nicht mal einem Tag wurde der Beitrag über 60.000 Mal geteilt, über 100.000 Kommentare haben sich inzwischen unter dem Post gesammelt.