Eine einfache Google-Suche sorgt derzeit in den USA für Diskussionen: Twitter-User Kabir Alli führte in einem Video vor, was passiert, wenn man erst den Begriff "Three black Teenagers" googelt. Das Ergebnis: Fotos von festgenommenen schwarzen Teenagern. Es sind größtenteils die typischen Verbrecherfotos, die Polizei schießt sie, wenn sie Personen festnimmt. Medien nutzen sie oft für ihre Berichterstattung. Dass die gezeigten Personen wirklich ein Verbrechen begangen haben, ist nicht sicher. Verurteilt sind sie zum Zeitpunkt des Fotos nicht.

"Three black Teenagers"
(Bild: Kabir Alli)
"Three white Teenagers"

Dann sucht Kabir Alli nach "Three white Teenagers". Es erscheinen schöne Stockfotos von gut ausgeleuchteten, weißen Menschen. Die Fotos werden von professionellen Fotografen gemacht, jeder kann sie für wenig Geld kaufen und benutzen. Keine Verbrecherfotos weit und breit.

(Bild: Kabir Alli)
Hier ist das ganze Video

In den USA trendete dank des Tweets am Donnerstag die Google-Suche "Three black teenagers". Seitdem diskutieren viele, ob Googles Suche rassistisch ist. Gleichzeitig verfälschen die zahlreichen Nachrichtenartikel zu dem Thema nun auch die ursprüngliche Google-Suche. Dem Guardian erzählte Kabir Alli, er habe durch Freunde davon erfahren und es dann selbst ausprobiert. Sein Tweet hat mehr als 60.000 Retweets. Er selbst glaubt nicht, dass Googles Suche rassistisch sei, schließlich sei es ein Algorithmus, der die Suchergebnisse sortiert.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass Googles Suche kritisiert wird. Im April teilten mehr als 12.000 Menschen einen Screenshot der Studentin Bonnie Kamona. Sie hatte "unprofessional hairstyles at work" und dann "professional hairstyles at work" bei Google gesucht. Das Ergebnis war ähnlich wie bei den Teenagern:

Ist Googles Suche wirklich rassistisch?

Eher nicht. Google äußert sich zu dem Fall nicht (Mic.com). Der genaue Algorithmus ist zwar geheim, dass er aber schwarze Menschen gezielt anders darstellt als weiße, ist unwahrscheinlich. Er versucht stets die Bilder abzubilden, die mit der Suche am ehesten gemeint sein könnten. Also muss der Grund für die scheinbar rassistischen Unterschiede bei uns liegen, den Nutzern.

So erklärt es auch der YouTuber Antoine Speaks in einem Video aus dem März. Sein Argument: "Google isn't racist — it literally shows you the most-wanted search results."

Beim Suchbegriff "Three white teenagers" sind Stockfotos ganz oben aufgeführt. Offenbar suchen viele Menschen nach diesen Bildern, um sie zu kaufen, wenn sie den Suchbegriff eingeben.

Die ersten Ergebnisse beim Suchbegriff "Three black Teenagers" sind hingegen Bilder auf Nachrichtenseiten. Die werden von Google unter anderem nach oben sortiert, weil sie als glaubwürdige Quelle eingestuft werden und viele Menschen an den Artikeln interessiert sind. Viele Stockfotos scheint es nicht zu geben.

Für den Unterschied gibt es verschiedene mögliche Gründe. Entweder benutzen englischsprachige Nachrichtenseiten in ihren Artikeln häufiger den Begriff "three black Teenagers" als "three white Teenagers". Oder Menschen suchen seltener Stockfotos von drei schwarzen Jugendlichen als von drei weißen. Beides sind gesellschaftliche Probleme – und nicht ein Problem des Google-Algorithmus.

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