Schon wieder hat es in den USA eine Schießerei gegeben, die mindestens 13 Menschen das Leben gekostet hat. In einer kalifornischen Bar schoss ein bewaffneter Mann erst auf Gäste, dann auf anrückende Polizisten. Der Schütze wurde später tot in der Bar gefunden. (USA Today)

Seit Jahren fordert eine Gruppe, die ganz besonders von den Schießereien betroffen ist, die Zahl der Schusswaffen endlich stark zu begrenzen: Ärztinnen und Ärzte, die Tag für Tag versuchen, den Opfern das Leben zu retten. Auch nach dem Anschlag in Kalifornien meldeten sich die Ärzte wie immer zu Wort. 

Die Waffenlobby NRA frotzelte währenddessen auf Twitter gegen die Ärzte und sagte, sie sollten "sich um ihren Kram kümmern" ("stay in their lane"): 

"Jemand sollte den selbstbezogenen Anti-Waffen-Ärzten mal sagen, dass sie sich um ihren Kram kümmern sollen. Die Hälfte der Artikel in 'Annals of Internal Medicine' (ein Fachmagazin, Anm.) fordern stärkere Waffenkontrollen. Am schlimmsten daran ist, dass die Ärzte offenbar NIEMANDEN außer sich selbst dazu befragt haben."

Diesen Vorwurf nahmen viele Medizinerinnen und Mediziner zum Anlass, der Waffenlobby zu zeigen, wie sehr gerade dieses Thema "ihr Kram" ist. Unter dem Hashtag #stayinmylane verbreiten sie Infos und Bilder darüber, wie sehr Waffen ihren Arbeitsalltag prägen. Hier sind einige Beispiele.

"Ich glaube, das Bild spricht für sich selbst."

"Weil ich das Foto meines Patienten nicht zeigen darf, gibt es ein Selfie."

"Ich bin Trauma-Chirurgin. So sieht das aus. #stayinmylane"

"Ich habe Kinder versorgt, denen in den Kopf geschossen wurde. Alles, was so viele Menschen tötet wie Waffengewalt, sollte die Aufmerksamkeit von Ärzten und der ganzen Gesellschaft haben."

"Als Chirurg in Österreich habe ich in zehn Jahren Arbeit im größten Wiener Krankenhaus nur eine Schusswunde gesehen. In zwei Jahren USA hingegen sind mir bei drei Viertel meiner Notfalldienste Kinder mit Schusswunden begegnet."

Die Diskussion um das Waffengesetz in den USA ist extrem festgefahren: 

  • Auf der einen Seite fordern viele, endlich die Waffen zu verbieten und den dafür erforderlichen zweiten Verfassungszusatz ("Alle Amerikaner haben das Recht, Waffen zu tragen") zu ändern. 
  • Auf der anderen Seite wollen erzkonservative Waffenbesitzer ihre Gewehre und Pistolen nicht abgeben. Und das, obwohl Statistiken zeigen, dass der private Waffenbesitz der Grund ist, warum es in den USA im Vergleich zu anderen Ländern so häufig zu tödlichen Massakern kommt. (Hier wird das Thema in mehreren Grafiken erklärt: BBC, auf Englisch)
  • Geschürt wird die Diskussion durch die Waffenlobby NRA, die mit Einflussnahme und Spenden an Politiker, aber auch mit Werbeclips und Infoveranstaltungen für Waffenbesitz wirbt. Die NRA geht mit oft dubiosen Mitteln gegen Waffengegner vor. (bento)

Die Ärztinnen und Ärzte haben also einen mächtigen Gegner vor sich. Doch sie sind nicht allein.


Future

Yoga-Retreats und kein Geld für Häuser: Das Monopoly für Millennials ist so treffend, dass es weh tut
"Vergiss das Eigenheim, du kannst es dir eh nicht leisten."

Monopoly verkörpert ziemlich genau das, was an unserer Welt kaputt ist. Es geht darum, möglichst viel zu besitzen, die anderen auszustechen und alles immer teurer zu machen, damit andere zu Grunde gehen. Was man am Samstagnachmittag halt so mit seinen Eltern spielt, juhu! 

Nun hat Hasbro, die Firma hinter dem Spiel, eine neue Version herausgebracht: Monopoly für Millennials. Und wir wissen nicht, ob wir lachen oder heulen sollen.