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Raus aus der EU und weg mit den Menschenrechten – das ist das zweifelhafte Angebot, mit dem Theresa May keine 48 Stunden vor der Wahl auf Stimmenfang geht. Um härter gegen Terroristen vorgehen zu können, würde sie auch die Europäische Menschenrechtskonvention verlassen, sagt May. Die britische Premierministerin ist offensichtlich verzweifelt. 

Vor allem junge Wähler zweifeln an May:

Doch wer ist Theresa May eigentlich? 11 Dinge, die du über die britische Premierministerin noch nicht wusstest:
1. Sie unterstützte als erste wichtige konservative Politikerin die Ehe für alle.

Seit 2013 können auch schwule und lesbische Menschen in Großbritannien heiraten. Theresa May war eine der entscheidenden Unterstützerinnen bei den Konservativen, die das Gesetz befürworteten. Zur damaligen Zeit waren viele Parteifreunde noch klar gegen das Gesetz. Kritiker werfen May allerdings vor, jahrelang gegen die Interessen von LGBT gestimmt zu haben. (PinkNews)

2. Sie bezeichnete ihre eigene Partei als "nasty". 

Auf ihrem Weg nach oben war die Rede auf dem Parteitag der Konservativen 2002 besonders wichtig. May bezeichnete ihre eigene Partei dabei als "nasty party" – seitdem wird sie immer wieder so genannt. Was May damit meinte: Die Konservativen haben seit Langem das Image, besonders reich und elitär zu sein. Sie forderte ihre Partei deshalb auf, sich mitfühlender und sozialer zu geben. Für die Selbstkritik wurde sie von vielen gelobt. (Guardian)

3. Sie war drei Mal in der "Vogue".

Abseits der politischen Bühne machte May immer wieder Schlagzeilen mit ihren Outfits. Dabei setzte sie sich vor allem mit bunten Mustern und extravaganten Schuhen in Szene. Gleich drei Mal ließ sie sich außerdem für das Modemagazin "Vogue" ablichten. (Vogue)

4. Sie hat Zehntausende Polizisten entlassen.

Nach den Terroranschlägen von Manchester und London hat May angekündigt, hart durchzugreifen. Doch in ihrer Zeit als britische Innenministerin wurden mehr als 20.000 Polizisten entlassen. Dafür wurde sie schon damals von den Beamten öffentlich ausgepfiffen. Kritiker werfen ihr deshalb vor, die Sicherheit der Briten gefährdet zu haben. (Guardian)

5. Sie hat mit Katzen Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht.

Als Innenministerin forderte May immer wieder, mehr Flüchtlinge ohne Bleiberecht abzuschieben. Bei einer Rede berichtete sie 2002 von einem illegalen Einwanderer, der nicht abgeschoben worden sei, weil er eine Katze zu versorgen habe. Die Katze und der Mann blieben seitdem unentdeckt, ebenso die entsprechende Regel. Kabinettskollegen sagten damals, sie seien "überrascht" über die Katzen-Geschichte. Andere würden sagen: Sie war erfunden. (BBC)

6. Sie ließ Plakatwände aufstellen, um illegale Einwanderer aus Großbritannien zu vertreiben.

In ihrem Kampf gegen Migranten setzt May immer wieder auf populistische Botschaften. 2013 ließ sie Fahrzeuge mit Plakatwänden durchs Land fahren, die illegale Einwanderer zum Gehen aufforderten. Die Plakate zeigten eine Hilfenummer zur freiwilligen Ausreise und drohten Betroffenen mit Abschiebehaft. Nach kurzer Zeit und viel Kritik wurde die Kampagne eingestellt. (BBC)

7. Sie sieht sich selbst als Feministin.

Theresa May unterstützt seit Jahren eine Initiative, die sich für mehr Frauen im Parlament einsetzt. Sie beteiligte sich immer wieder an Aktionen für die Rechte von Frauen und bezeichnet sich selbst als Feministin. Kritiker bezweifeln das: 85 Prozent der von May beschlossenen Sozialkürzungen seien zulasten von Frauen. (Guardian)

8. Sie trägt Hosen für 1000 Euro, sammelt Kochbücher und mag Leoparden-Muster.

Ihr Stilbewusstsein hat May nicht nur Bewunderung eingebracht. Für High-Heels mit Leopardenmuster gab es in erster Linie Spott. Für eine 1000 Euro teure Lederhose dagegen handfeste Kritik: Während britischen Sozialhilfeempfängern Gelder gestrichen wurden, posierte sie damit für Zeitungen und Magazine. Ihre Sammlung von rund 100 Kochbüchern wäre vielleicht unverdächtiger gewesen. (New York Times)

9. Sie will die europäische Menschenrechtskonvention verlassen.

Noch als Innenministerin bezeichnete May die europäische Menschenrechtskonvention immer wieder als "Abschiebe-Hindernis". Sie kündigte an, die Vereinbarung möglichst bald aufgeben zu wollen, um ungestört von Menschenrechten gegen Migranten vorgehen zu können. Als Premierministerin sagte sie zuletzt, das Vorhaben bis auf Weiteres nicht weiter zu verfolgen. Distanziert hat sie sich davon nicht. (The Independent)

10. Sie war gegen den Brexit.

In Europa ist May vor allem als Brexit-Premierministerin bekannt. Doch beim Referendum stimmte sie selbst gegen den EU-Austritt. Diese Haltung war damals Mehrheitsmeinung in der Regierung. Als klar wurde, dass die Briten das jedoch anders sahen, wechselte auch May die Seiten. Inzwischen wirbt sie für einen "harten" Brexit.

11. Sie ist für Internetüberwachung verantwortlich.

Das Thema Sicherheit war für viele Briten beim Brexit entscheidend. Auch für May spielt es eine große Rolle. Als Ministerin war sie für eines der weitreichendsten Gesetze zur Internetüberwachung zuständig. Seitdem dürfen die Behörden in Großbritannien sämtlichen Internetverkehr abhören. Auch ohne Verdacht. (Mirror)

Gegen wen tritt May eigentlich an? Lies hier über ihren Herausforderer, Jeremy Corbyn:


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Was steckt dahinter?

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Viele Forscher stehen der Idee allerdings skeptisch gegenüber.