Bild: Donna Stevens
Männer, Feminismus hat nichts mit brennenden BHs zu tun!

Zehn Männer blicken nachdenklich am Betrachter vorbei, einzelne Haarsträhnen haben sie sich in einem knalligen Pink färben lassen. So inszeniert Donna Stevens die Protagonisten in ihrer neuen Fotoserie "The New Feminist". Die in New York lebende Fotografin möchte klarstellen, was es bedeutet, Feminist zu sein. "Ein Feminist glaubt, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben sollten", sagt Stevens zu bento. Feminismus werde leider immer noch von vielen mit brennenden BHs und Vorurteilen gegen Männer assoziiert. Das möchte sie ändern und so auch Männer ermuntern, sich für Gleichberechtigung einzusetzen.

Männer können auch Feministen sein – und das müssen wir ihnen klarmachen."
Donna Stevens

Für ihr Projekt fragte die Australierin Freunde und Freunde von Freunden, ob sie sich die Haare färben lassen und sich vor die Kamera stellen. Viele sagten zu; jeder der Männer hat eigene Gründe dafür, sich als Feminist zu betrachten. Die besten zehn Fotos hat Stevens nun veröffentlicht.

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Warum Pink?

Feministen hassen Pink, so das Klischee. Schließlich symbolisiert die Farbe Vorurteile, mit denen viele Mädchen und Frauen im Alltag konfrontiert werden. Auch das hat Donna Stevens gezielt gebrochen. Heute werde die Farbe zwar eher mit demütigen etwas oberflächlichen jungen Mädchen assoziiert, sagt sie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sei Pink jedoch eine kraftvolle, männliche Farbe gewesen. Heute würden Künstlerinnen wie Nicki Minaj Pink wieder selbstbewusst tragen – und es so erneut umdeuten.

Männer und Feminismus: Es ist kompliziert

Die Frage, welche Rolle Männer im Streben nach Gleichberechtigung einnehmen sollten, wird unter Feministinnen tatsächlich diskutiert. Einige Feministinnen widersprechen der Idee, dass auch Männer Feministen sein können. Die Argumente für diesen Standpunkt unterscheiden sich stark. Nur wenn Frauen die männliche Sichtweise komplett zurückweisen, würden sie sich wirklich frei entfalten können, ohne von Männern beeinflusst zu werden, glauben beispielsweise radikale Feministinnen.

Donna Stevens sieht das anders und grenzt sich mit ihrer Fotoserie gezielt davon ab. Stattdessen nimmt sie auch Männer in die Pflicht, schließlich säßen sie immer noch überdurchschnittlich oft in Machtpositionen. "Männer müssen mithelfen, das System zu verändern, das sie aufgebaut haben", sagt Stevens. "Aus dieser Verantwortung können wir sie nicht entlassen."


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