Wo das Tanzverbot gilt – und wie lange.

In Deutschland gilt an einigen Feiertagen ein Tanzverbot. Clubs dürfen dann nicht geöffnet haben, um die Würde des Tages nicht zu schmälern. Die Regelung gilt für alle sogenannten stillen Feiertage.

Was genau ist ein "stiller Feiertag"?

Ein religiöser Feiertag. Jedes Bundesland zählt unterschiedliche Tage hinzu, eine einheitliche bundesweite Regel gibt es nicht. Fast überall dabei sind jedoch die Feiertage der Osterwoche, Totensonntag und Heiligabend.

An Ostern gilt die Regel wieder. In manchen Bundesländern gilt das ganze Osterwochenende ein Tanzverbot, in anderen müssen Clubs nur am Karfreitag geschlossen bleiben. 

Am entspanntesten geht Berlin mit dem Tanzverbot um, am strengsten ist es in Hessen.

Eine Übersicht:

Baden-Württemberg

  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: 0 bis 20 Uhr

Bayern

  • Gründonnerstag: 2 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: ganztägig

Berlin

  • Karfreitag: 4 bis 21 Uhr

Brandenburg

  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: 0 bis 4 Uhr

Bremen

  • Karfreitag: 6 bis 21 Uhr

Hamburg

  • Karfreitag: 2 bis 24 Uhr
  • Karsamstag: 0 bis 2 Uhr

Hessen

  • Gründonnerstag: 4 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: ganztägig
  • Ostersonntag: 4 bis 12 Uhr
  • Ostermontag: 4 bis 12 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern

  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: 0 bis 18 Uhr

Niedersachsen

  • Gründonnerstag: 5 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Ostersamstag: ganztägig

Nordrhein-Westfalen

  • Gründonnerstag: 18 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: 0 bis 6 Uhr

Rheinland-Pfalz

  • Gründonnerstag: 4 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: ganztägig
  • Ostersonntag: 0 bis 16 Uhr

Saarland

  • Gründonnerstag: 4 bis 24 Uhr
  • Karfreitag: ganztägig
  • Karsamstag: ganztägig

Sachsen

  • Karfreitag: ganztägig

Sachsen-Anhalt

  • Karfreitag: ganztägig

Schleswig-Holstein

  • Karfreitag: 2 bis 24 Uhr
  • Karsamstag: 0 bis 2 Uhr

Thüringen

  • Karfreitag: ganztägig

Warum gibt es das Tanzverbot überhaupt?

Um die besondere Würde der religiösen Tage zu wahren. Ein Beispiel: Wenn religiöse Menschen an Ostern Jesus gedenken wollen, können sie es als störend empfinden, wenn nebenan Bässe wummern.

Verstößt so ein Verbot nicht gegen die Religionsfreiheit?

Laut Bundesverfassungsgericht ja – deshalb wurde Ende 2016 das Tanzverbot auch gelockert. Demnach darf kein Bundesland mehr Tanzveranstaltungen grundsätzlich verbieten, Ausnahmen müssen erlaubt werden. Das heißt, ein Club könnte sich eine Sondergenehmigung holen, um an Karfreitag zu öffnen.

Grundsätzlich soll der besondere Schutz der Feiertage allerdings aufrecht erhalten werden. (Hier kannst du den Beschluss nachlesen)


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