"Manche Kinder wollen in der Pause Krieg spielen."

Manche haben nie eine Schule von innen gesehen. Oder sie mussten so oft von Ort zu Ort fliehen, dass sie ganze Schuljahre verpasst haben. In Syrien gehen laut Unicef mehr als zwei Millionen Kinder nicht mehr zur Schule. Das ist fast die Hälfte aller Schulpflichtigen.

Etwa 6000 Schulen sind zerstört, dienen als Herberge für Flüchtlinge oder sind von Bewaffneten besetzt, heißt es in einer Studie der Vereinten Nationen.

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Es gibt auch nur noch wenige, die die Schüler unterrichten können: Bis Anfang 2015 waren schon 52.000 Lehrer geflohen. Von den verbliebenen arbeiten in den Rebellengebieten viele ehrenamtlich. Dort haben lokale Regierungen das Bildungssystem übernommen und bieten eigene Abschlüsse an, die von der Regierung von Baschar al-Assad aber nicht anerkannt werden. Auch die Kurden im Norden organisieren Schulen selbst, hier wird auf Kurdisch unterrichtet.

Wie ist Unterricht überhaupt noch möglich? Zwei Lehrer berichten:

Besonders hart trifft es die Schüler, die unter der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) leben. Kinder lernen dort Zählen mit Bildern von Handgranaten und Gewehren, im Englischunterricht pauken sie Wörter wie Märtyrer, Bombe und Scharfschütze: Der IS hat für Schüler in den von ihm kontrollierten Gebieten eigene Schulbücher drucken lassen. Fächer wie Kunst, Musik und Geschichte sind laut Dschihadismus-Forscher Aymenn Jawad al-Tamimi vom Stundenplan verbannt.

Doch auch im Rest des Landes ist der Schulalltag mühsam und gefährlich.

So schrecklich ist der Krieg in Syrien:

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.