Bild: dpa
Die Türkei hat einen neuen Angriff auf Syrien gestartet. Und setzt dafür auch deutsche Panzer ein. 

Seit dem Wochenende kämpft die türkische Armee in einer neuen Offensive in Syrien. Die "Operation Olivenzweig" richtet sich gegen die Kurden-Miliz YPG in Nordsyrien. Neben Luftangriffen rückt das türkische Militär auch mit Panzern vor. (SPIEGEL ONLINE)

Die Offensive ist umstritten: Die Kurden sind offiziell mit den USA verbündet und bekämpfen in Syrien islamistische Milizen. Gleichzeitig sind jedoch auch die USA und die Türkei miteinander verbündet.

Insgesamt sehen die Bündnisverhältnisse in Syrien in etwa so aus:

Nun hat die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Bilder des umstrittenen Einsatzes veröffentlicht.
Darauf zu sehen: deutsche Panzer vom Typ Leopard 2 A4.
1. Woher kommen die Panzer?

Die Türkei hatte in den Neunzigerjahren rund 400 Panzer vom Typ Leopard 1 aus Deutschland bekommen, im Jahre 2009 noch einmal rund 350 Panzer vom Typ Leopard 2. Panzer aus diesen Beständen sind nun im Einsatz.

Gleichzeitig basteln Deutschland und die Türkei an einem neuen Panzerdeal: Weil die Panzer schon etwas älter sind, will die Türkei sie aufrüsten lassen. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel will diesen Wunsch nun erfüllen, damit sich beide Länder wieder annähern. So könnte auch der seit elf Monaten ohne Anklage inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel freikommen – der einen solchen Deal allerdings ablehnt. (SPIEGEL ONLINE)

2. Warum kämpft die Türkei in Syrien?

Die Türkei hat sich bereits in der Vergangenheit in den Syrienkrieg eingemischt und beruft sich auf ihr Selbstverteidigungsrecht. Von Sommer 2016 bis Anfang 2017 wurden Angriffe entlang der Grenze geflogen, Panzer waren in Nordsyrien stationiert. Offiziell ging es gegen Islamisten, tatsächlich bekämpfte die Türkei die Kurden. (bento)

Die Kurden sind eine ethnische Minderheit, deren Siedlungsgebiet sich vor allem über die Südtürkei, den Nordirak und Nordsyrien erstreckt. Seit langem träumen die Kurden von einem eigenen Staat. Im Irak verwalten sie bereits eine Autonomieregion, auch in Syrien wollen sie das erreichen. Die Türkei fürchtet das. 

In der Türkei werden die Kurden in ihren Rechten beschnitten. In den vergangenen 30 Jahren kamen mehr als 40.000 Menschen bei Kämpfen zwischen dem türkischen Militär und der PKK, dem radikalen Arm der Kurden, ums Leben (Time). Sollten die Kurden in Syrien ein autonomes Gebiet verwalten – so fürchtet Ankara – könnte das die türkischen Kurden zu mehr Widerstand animieren.

3. Wie reagierte Deutschland auf den Panzereinsatz?

Die Bundesregierung duckt sich weg: Sie habe kein vollständiges Lagebild und könne das türkische Vorgehen völkerrechtlich daher nicht einordnen, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, am Montag in Berlin. (SPIEGEL ONLINE)

  • Soll heißen: Um die guten Beziehungen und Waffenverkäufe nicht zu gefährden, schaut man lieber nicht so genau hin.

Allerdings unterstütze Deutschland, dass sich der Uno-Sicherheitsrat nun mit der Offensive der Türkei in Syrien beschäftigen will. "Das ist eine Debatte, die wir ganz sicher unterstützen", erklärte Adebahr. Ob der Sicherheitsrat die türkischen Angriffe verurteilt, ist jedoch unklar: Präsident Recep Tayyip Erdogan behauptet, er habe die Rückendeckung Russlands.


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