In den Todeslisten steht oft "Herzinfarkt".

Im März 2011 lehnten sich Syrerinnen und Syrer gegen den Machthaber Baschar al-Assad auf. Aus friedlichen Protesten wurde ein blutiger Bürgerkrieg, Mächte aus aller Welt mischten sich ein. Assad ging mit Fassbomben und Giftgas gegen sein eigenes Volk vor, Tausende verschwanden in Foltergefängnissen. 

Das Regime von Baschar al-Assad stritt die vielen zu Tode Gefolterten immer ab – jetzt gibt es Tausende Morde zu.

Seit einigen Wochen stellt das syrische Regime Todesscheine an die Familien von Getöteten aus. Mit den Dokumenten gibt es eigene Tötungen indirekt zu. Die wichtigsten Antworten:

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Worum geht es?

Menschenrechtler werfen dem Assad-Regime seit Jahren vor, Unschuldige in Gefängnisse wegzusperren, zu foltern und willkürlich zu töten. Seit Mai verschickt die Regierung nun Totenscheine. Damit werden nun erstmals Fälle von Menschen aufgearbeitet, die zum Teil bereits seit 2011 vermisst werden. (Global Voices)

Viele Familien bekommen damit erst jetzt Bestätigung über das Schicksal ihrer Angehörigen – auch wenn auf vielen Scheinen steht, der- oder diejenige sei im Gefängnis an einem "Herzinfarkt" gestorben. (Deutsche Welle)

  • Nach Informationen von Menschenrechtsaktivisten vor Ort wurden jüngst rund 5000 politische Gefangene für tot erklärt. 
  • Nach Angaben des Syrischen Netzwerks für Menschenrechte sind insgesamt mindestens 82.000 Menschen seit 2011 verschwunden. Der Tod von 13.000 wurde bislang bestätigt. 

Ein geflohener Syrer, der für die Geheimdienste gearbeitet hat, schmuggelte später schreckliche Fotos aus diesen Foltergefängnissen außer Landes:

Achtung: Wir zeigen jetzt Fotos, die sehr verstörend wirken können. Entscheide selbst, ob du weiter klicken möchtest.
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Worum geht es wirklich?

Der Syrienkrieg nähert sich seinem Ende – Assad wird voraussichtlich gewinnen. Daher kann das Regime nun beginnen, die Weichen für die Zeit danach zu stellen. Und auch eigene Morde zugeben.

  • Am Anfang war der Krieg ein Kampf von syrischen Truppen gegen Teile der Bevölkerung, die sich zum Schutz bewaffneten.
  • Dann übernahmen Islamisten die Rebellengruppen, Saudi-Arabien und Iran finanzierten von außen – der Konflikt radikalisierte sich.
  • Schließlich mischten sich die USA und Russland ein, vom Aufstand der Syrer blieb nichts mehr.

Assad nutzte das Chaos, um die Opposition zu verunglimpfen. Jeder wurde pauschal zum "Terroristen", eigene Verbrechen stritt Assad stets ab. Dass er sie nun zugibt, kann laut Aktivisten verschiedene Gründe haben:

  1. Familien der getöteten Angehörigen sollen weiter eingeschüchtert werden. Auch Flüchtlingen, die über eine Rückkehr nachdenken, soll signalisiert werden, wer die Macht hat.
  2. Familien sollen unter Druck gesetzt werden, damit der Wiederaufbau Syriens nach Assad Vorlieben schnell abgewickelt werden kann. Sie haben nun nur einen Monat Zeit, offizielle Sterbeurkunden zu beantragen. Wer das nicht tut, muss Strafe zahlen. Das Regime zwingt die Angehörigen, den Tod widerspruchslos zu akzeptieren.

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Wie geht es weiter?

In Syrien hat Assad alle verfeindeten Gruppieren, darunter viele islamistische, in die Stadt Idlib fahren lassen. Auch viele Unschuldige sitzen dort fest. Die Schlacht um die Stadt wird wohl das letzte große Blutbad in Syrien werden. 

Für die Zeit danach werden viele Syrerinnen und Syrer dennoch nicht zurückkehren können, denn Assad plant ein Land, nur für seine Anhänger. Menschenrechtler berichten von einer angeblichen Fahndungsliste mit mehreren Millionen Namen von Kritikern und Oppositionellen. Weiterhin wurde das sogenannte "Dekret 10" erlassen, ein Gesetz, dass der Regierung erlaubt, Syrer zu enteignen – um dort neue Stadtviertel zu bauen. 

Assad kann so sein Land neu modellieren – und ungeliebte Menschen davon abhalten, nach Syrien zurückzukehren.


Today

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