5 Gründe

In Syrien tobt der schlimmste Konflikt unserer Zeit. Seit mehr als sechs Jahren herrscht in dem Land Krieg, etwa eine halbe Millionen Menschen sind gestorben, elf Millionen sind auf der Flucht. 

Jetzt tauchten Berichte eines Giftgasangriffs auf: In einem Gebiet mit Zivilisten nahe der Stadt Idlib sei Gas ausgetreten. Mindestens 72 Menschen starben, Rebellen machen das syrische Regime für den Angriff verantwortlich. 

Die Hintergründe zum Angriff erklären wir hier bei bento.

Die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad selbst bestreitet die Vorwürfe jetzt. Erst hieß es, die syrische Luftwaffe habe keine Bomben bei Idlib abgeworfen. Später behauptete Russland, dass das Regime zwar dort gebombt habe – aber dabei ein Chemiewaffenlabor von Islamisten getroffen worden sei. So sei das Gas freigesetzt worden.

Was beide Seiten konkret sagen und wie glaubwürdig das ist, analysiert SPIEGEL ONLINE.

Der Giftgasangriff vom Dienstag ist nicht der erste in Syrien. Sowohl Assads Regime wie auch der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wurden bereits der Einsatz von Chemikalien nachgewiesen.

Der syrische Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011 mit friedlichen Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Dieser schlug die Aufstände brutal nieder, Tausende wurden in Foltergefängnisse gesperrt. 

Die "Freie Syrische Armee" (FSA) rief zum bewaffneten Kampf gegen Assad auf. Im Chaos etablierten sich bald islamistische Milizen, darunter der "Islamische Staat" (IS), der große Teile Syriens eroberte. Von der FSA blieb fast nichts übrig.

Daraufhin flog ein internationales Bündnis der USA Luftschläge gegen den IS; Russland, der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützen Assads Armee. Menschenrechtler schätzen, dass bislang Hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr zu Syrien auf bento.

Wie kommt es, dass in all den Kriegsjahren der Diktator Assad noch nicht gestoppt wurde?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Die einfachste Antwort: Es geht nicht darum, dass niemand Assad stoppen kann – sondern dass kaum eine Seite Assad stoppen will.

1. Viele halten Assad für das kleinere Übel.

Syrien ist seit Jahrzehnten eine Diktatur – hat aber seinen Bürgern viele Freiheiten erlaubt. Im Land gibt es daher keine klare Mehrheit, die Assad stoppen möchte. Viele Syrer leben gut unter dem Regime und glauben der Propaganda der syrischen Staatsmedien. Experten schätzen, bis zu ein Drittel aller Syrer stehen hinter Assad (CNN).

Die Regierung empfiehlt ihr Land unter anderem als Urlaubsziel, auch wenn wenige Kilometer weiter gekämpft wird:

2. Es gibt zu viele Akteure in Syrien, um einheitlich gegen Assad vorzugehen.

Denn: Jeder will etwas anderes. Die USA und Russland wollen die Islamisten im Land bekämpfen, aber nicht zusammenarbeiten. Iran will Assad halten, aber keiner will mit Iran zusammenarbeiten. Die Kurden wollen Gebiete erobern, die Türkei will die Kurden bekämpfen. Die arabischen Nachbarländer wollen vor allem ihre Ruhe. 

Für viele Seiten ist es einfacher, den Konflikt lebendig zu halten (und die Kämpfer vor Ort mit Waffen auszurüsten) als eine gemeinsame Lösung zu finden. Keine Seite wird so stark ausgerüstet, um zu gewinnen – aber genug, um nicht zu verlieren.

Hier erklärt das die Sicherheitsexpertin Benedetta Berti bei einem "TED Talk" noch detaillierter.
3. Russland stützt Assad – zumindest so viel wie nötig.

In der syrischen Hafenstadt Tartus hat Russland seinen einzigen Marine-Stützpunkt am Mittelmeer. Außerdem will sich der russische Präsident im Machtspiel gegen die USA behaupten. Aus beiden Gründen kämpft die russische Luftwaffe im syrischen Bürgerkrieg mit – und hält das Assad-Regime an der Macht. Mit einem Syrien ohne Assad würde Russland seinen Einfluss vor Ort verlieren.

Ursprünglich wollte Russland nur im Herbst 2015 die Islamisten im Land bekämpfen. Tatsächlich wird seit anderthalb Jahren vor allem gegen Rebellen und Zivilisten gebombt:

4. Die USA sind zu schwach, um gegen Assad vorzugehen. Und wüssten auch nicht wie.

Denn die Syrienpolitik ist das reinste Chaos: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Giftgas einst als "rote Linie" bezeichnet. Assad setzte Giftgas ein und was passierte? Nichts. Von da an war dem Diktator klar, dass er von den USA nichts befürchten muss. 

Auch den IS sah Obama erst nicht als Gefahr – dann beschloss er Luftschläge gegen die Islamisten, ohne diese Angriffe mit Assad zu koordinieren. Donald Trump hatte versprochen, dass er im Syrienkrieg vieles besser machen will. Tatsächlich führt er die Haltung Obamas weiter – nur noch chaotischer.

Assad sieht Trump nicht mehr als Gefahr, sein Regime zu stoppen sei "keine Priorität" mehr, heißt es im Weißen Haus – mehr dazu bei der "New York Times".

Seit Trump im Amt ist, ist zudem die Zahl der zivilen Opfer deutlich angestiegen. Das treibt verzweifelte Syrer in die Hände von Islamisten und hilft auch der Propaganda des syrischen Regimes. Das steckt hinter den US-Luftschlägen:

5. Europa ist sich uneinig – und plant ebenfalls mit einer Zukunft mit Assad.

Die Länder der Europäischen Union gehen den Syrienkrieg nicht geschlossen an. Manche Staaten wie Großbritannien und Frankreich kämpfen aktiv an der Seite der USA, Deutschland leistet Aufklärungsarbeit – schießt zwar nicht, macht aber Luftbilder für die Angriffe – und andere Staaten halten sich komplett zurück. 

Der EU ist es am liebsten, wenn der Konflikt schnell zur Ruhe kommt – damit nicht weitere Flüchtlinge aus der Region nach Europa kommen. Für diese Ruhe nehmen sie auch eine Zusammenarbeit mit Assad in Kauf:


Haha

Erkennst du diese Zombiefilme an nur einem Bild?

Es gibt humpelnde Zombies, rasende Zombies, blutverschmierte Zombies, blutleere Zombies, im Wasser aufgedunsene Zombies, gliedmaßenlose Zombies, spitzzähnige Zombies, es gibt sogar Bieber-Zombies oder verliebte Zombies.

Kurz: Es gibt in der Kinogeschichte so viele Zombies, dass man da schnell mal mit den Filmen durcheinander kommen kann.