Bild: Abu Bassam
Abu Bassam, 50, ist Lehrer in der umkämpften Stadt Aleppo:

"Wir haben unsere Schule im Krieg aufgemacht, weil die richtigen Schulen zerstört waren. Wir sind jetzt schon zum dritten Mal umgezogen, diesmal in eine verlassene Wohnung. Die Klassenzimmer sind zu klein, zu dunkel und werden nicht richtig beheizt, und es gibt keinen Platz zum Spielen. Aber den meisten Kindern ist die Schule sehr wichtig. Sie ärgern sich, wenn wir wegen der Luftangriffe den Unterricht unterbrechen müssen.

2014 wurde unsere Schule von einer Bombe getroffen und zerstört. Danach wollten einige Kinder nicht mehr zum Unterricht kommen. Ein Mädchen hatte so große Angst, sie haben wir zu Hause besucht, ihr Spielzeug und Süßigkeiten gebracht. Jetzt kommt sie wieder.

Manche Kinder wollen in der Pause Krieg spielen oder islamistische Kampflieder singen. Das ist das Ergebnis der Realität, in der wir leben. Wir versuchen, sie für andere Spiele zu begeistern und malen oder basteln mit ihnen."

Das Protokoll wurde aufgezeichnet von Louisa Schmidt zuerst für SPIEGEL ONLINE aufgezeichnet.

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Schulunterricht ist in Syrien keine Alltäglichkeit mehr: Mehr als zwei Millionen Kinder nicht mehr zur Schule. Etwa 6000 Schulen sind zerstört, dienen als Herberge für Flüchtlinge oder sind von Bewaffneten besetzt, heißt es in einer Studie der Vereinten Nationen. Der syrische Bürgerkrieg begann vor fünf Jahren – Grundschulkinder kennen ihr Land kaum noch ohne Bombenanschläge und Luftangriffe.

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