Seit einem Jahr wirft die russische Luftwaffe Bomben über Syrien ab. Vor allem über der Stadt Aleppo. Die Waffen richten verheerende Schäden an: Immer wieder werden Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser getroffen – Dutzende Zivilisten sterben täglich. Der Militäreinsatz ist ein Blutbad.

Und die Weltöffentlichkeit erkennt das: Die Vereinten Nationen (Uno) bezeichnen das Engagement der Russen in Syrien als "Kriegsverbrechen" und "Barbarei" (SPIEGEL ONLINE I), US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten zuletzt am Donnerstag die Angriffe "auf das Schärfste" (SPIEGEL ONLINE II).

Doch Worte ändern nichts. Das Sterben geht weiter.

Als Russland am 30. September 2015 mit seinen Angriffen in Syrien begann, war das offizielle Ziel die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Dschihadistengruppen. Längst ist klar, dass Moskau vor allem daran interessiert ist, mit allen Mitteln den syrischen Diktator Baschar al-Assad an der Macht zu halten. Denn tatsächlich treffen die russischen Bomben vor allem Rebellengruppen und immer wieder unschuldige Zivilisten.

Knapp 10.000 Tote nach einem Jahr russischer Bombardements – darunter 3800 Zivilisten.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben in den vergangenen zwölf Monaten knapp 10.000 Menschen durch die russischen Luftschläge. Darunter waren 3800 Zivilisten. Russland weist diese Zahlen zurück und bezeichnet seinen Einsatz in Syrien als "positiv" (ABC News). Unabhängige Experten dokumentieren hingegen hier und hier, wie Moskau verbotene Brandbomben einsetzt.

Die Toten stören in Russland kaum. Im Gegenteil: 80 Prozent der Bevölkerung stehen hinter dem russischen Präsident Wladimir Putin (Levada Institut).

Auch die Exil-Rapper eines Moskauer Labels jubeln:

Nicht nur Russland bombt in Syrien. Auch die USA und ihre Bündnispartner fliegen Luftschläge gegen den IS – und auch da trifft es immer wieder Unschuldige. Dutzende Zivilisten sind so schon getötet worden, unter anderem sollen 28 Menschen bei einem Angriff im Juli umgekommen sein (Al-Jazeera).

Das alles ist erschreckend. Erschreckend ist aber auch, dass der Westen versucht, mit seinem Fehlverhalten in Syrien umzugehen – während Russland alle Verantwortung von sich weißt. Das ist die Zukunft, die Russland für Syrien bereithält: Seit mehr als fünf Jahren herrscht dort Krieg.

Und die Antwort, die der russische Präsident Wladimir Putin darauf hat, ist noch mehr Krieg.
Der Syrienkrieg begann im März 2011 – nach wenigen Wochen friedlichen Protests.
Knapp eine halbe Millionen Menschen sind ums Leben gekommen – jeder zehnte Syrer.
Nachweislich wurden Giftgas und geächtete Splitterbomben eingesetzt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist von 70,5 Jahre auf 55,4 Jahre gesunken.
Die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr als sechs Millionen davon im eigenen Land.
Drei Millionen Menschen haben Syrien verlassen, die meisten leben in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern.
85 Prozent der Menschen in Syrien lebten 2015 in Armut. Zwei Drittel aller Syrer haben ihre Jobs verloren.
Jeder Fünfte verdient sein Geld nun mit dem Krieg: als Kämpfer, Kidnapper, Plünderer oder Schleuser.
Die Hälfte der Kinder im schulpflichtigen Alter geht nicht mehr zur Schule.
1/12

Mehr zum Thema. So stellt Syrien Aleppo als Reiseziel dar:

Und das erzählen Syrer über ihren Alltag im Land:

Lass uns Freunde werden!


Today

Früherer Sexpartner von Gina-Lisa will sie zum Schweigen bringen

Einer der beiden Männer, die Gina-Lisa Lohfink der Vergewaltigung beschuldigt hatte, hat das Model auf Unterlassung verklagt. Sebastian Castillo Pinto ließ seinen Anwalt Christian Gerlach die Klageschrift am Donnerstag beim Landgericht Berlin einreichen. Sie liegt dem SPIEGEL vor.

Folgen die Richter dem Antrag, droht Lohfink ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, wenn sie weiter behauptet, Castillo Pinto habe sie vergewaltigt und ihr K.-o.-Tropfen verabreicht.