Aya, 8, weint. Blutverschmiert fragt sie nach ihrem Papa. Sie sitzt auf der Liege eines Krankenhauses, wird versorgt – und hat Angst.

Aya aus Talbisa ist Opfer des Syrienkrieges. Sie wurde aus den Trümmern ihres Wohnhauses gerettet, Bomben hatten das Dach zum Einsturz gebracht (Al-Arabija).

Talbisa ist ein kleiner Ort zwischen den Städten Homs und Hama. Die Städte werden vom syrischen Regime kontrolliert, die Dörfer dazwischen gehören jedoch zum Gebiet der syrischen Rebellen. Beide Seiten kämpfen im Bürgerkrieg gegeneinander – Menschen wie Aya und ihre Familie leben zwischen den Fronten. Ihr Schicksal erinnert an den kleinen Omran Daqneesh, dessen Rettung Mitte August um die Welt gingen.

Früher lebten in Talbisa 30.000 Menschen, heute sollen bis zu 90.000 Flüchtlinge Schutz vor dem Regime suchen. Oft seien sie von Wasser und Lebensmitteln abgeschnitten, sagen Beobachter der Vereinten Nationen (Reuters).

Aktivisten des oppositionellen Medienzentrums in Talbisa haben das Video von Aya am Montag auf YouTube veröffentlicht. Dort wurde der Clip rund 70.000 Mal angeklickt. Auch die arabischen Sender Al-Arabija und Al-Jazeera haben die Bilder verbreitet. Das Video zeigt, wie Aya in einem Krankenhaus versorgt wird.

Ebenfalls am Montag veröffentlichten die Aktivisten ein Foto. Es soll Aya die zwei Seiten des Syrienkrieges zeigen: Aya als Schülerin in einem normalen Leben – und Aya nach dem Bombardement.

إنها فتاة واحدة، في حالتين... الحالة الأول بعيدا عن طائرات الأسد وإجرامه.. الحالة الثانية تدخلت الطائرات لبعثرة شعرها ال...

Posted by ‎Syrian Revolution Talbisah1 الثورة السورية اخبار تلبيسة‎ on Montag, 10. Oktober 2016

Seit bald sechs Jahren dauert der Syrienkrieg an. Globale Mächte wie die USA und Russland mischen sich ein, dschihadistische Milizen haben sich im Chaos eingerichtet. Die Lage im Land wird schlimmer, nie besser.

Mehr als 400.000 Menschen sind seit Anfang 2011 getötet worden. Aya und ihre Familie hatten am Montag Glück: Sie, ihre drei Geschwister und beide Eltern wurden laut der Aktivisten aus Talbisa nur leicht verletzt. Es ist einer der wenigen Momente der Hoffnung.

Der Syrienkrieg begann im März 2011 – nach wenigen Wochen friedlichen Protests.
Knapp eine halbe Millionen Menschen sind ums Leben gekommen – jeder zehnte Syrer.
Nachweislich wurden Giftgas und geächtete Splitterbomben eingesetzt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist von 70,5 Jahre auf 55,4 Jahre gesunken.
Die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr als sechs Millionen davon im eigenen Land.
Drei Millionen Menschen haben Syrien verlassen, die meisten leben in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern.
85 Prozent der Menschen in Syrien lebten 2015 in Armut. Zwei Drittel aller Syrer haben ihre Jobs verloren.
Jeder Fünfte verdient sein Geld nun mit dem Krieg: als Kämpfer, Kidnapper, Plünderer oder Schleuser.
Die Hälfte der Kinder im schulpflichtigen Alter geht nicht mehr zur Schule.
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