Bild: dpa/Morukc Umnaber
Auch Deutschland ist beteiligt.

In Syrien wird noch immer gekämpft – auch nach mehr als sieben Jahren des Blutvergießens. In dem Land kämpfen Islamisten gegen Rebellen gegen Anhänger des Diktators Baschar al-Assad. Ausländische Mächte wie Russland, Iran, Saudi-Arabien und die USA mischen sich ins Geschehen ein.

Nun erhebt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schwere Vorwürfe gegen die USA, Frankreich und Großbritannien. Bei ihrem Kampf gegen Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) seien im syrischen Rakka Hunderte Zivilisten getötet und Tausende verletzt worden. (Amnesty International)

Die Menschenrechtler sagen: Die US-Koalition habe bei der Zerstörung von Rakka nicht genug getan, um zivile Opfer zu vermeiden.

Rakka ist eine Stadt im Osten Syriens. Schlächter des IS hatten sie erobert und in den vergangenen Jahren zu ihrer inoffiziellen Hauptstadt ausgebaut. 

In der Stadt galten strenge Regeln, die Syrer, die in Rakka lebten, wurden unterdrückt. 

  • Sie mussten an den IS Schutzgeld zahlen, Alkohol und Zigaretten wurden verboten.
  • Frauen mussten sich streng verhüllen, Männer wurden zum Gebet gezwungen.
  • Immer wieder töteten IS-Kämpfer Bewohner und stellten sie enthauptet oder gekreuzigt auf zentralen Plätzen aus.

In ihren Propagandavideos sah das alles anders aus: Da feiern Bewohner mit den Dschihadisten, an Kinder wird Zuckerwatte verteilt.

Ende vergangenen Jahres hatte eine von den USA geführte Koalition Rakka nach eigenen Angaben befreit. Die USA und weitere Nationen bombten aus der Luft, das von Kurden angeführte Bündnis "Demokratische Kräfte Syriens" (SDF) rückte am Boden vor.

Die Amerikaner haben mehr als 30.000 Geschosse auf Rakka abgefeuert. Amnesty International sagt nun: Das war unverhältnismäßig und hat vielen Zivilisten das Leben gekostet. Unpräzise Waffen wurden in dicht bewohnten Stadtteilen eingesetzt.

Die Koalition hätte wissen müssen, dass IS-Kämpfer Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchten, so Amnesty. Das ignoriert zu haben sei ein Kriegsverbrechen. 

Die Streitkräfte der USA, Großbritanniens und Frankreichs hätten zwischen dem 6. Juni und 12. Oktober 2017 Zehntausende Luftangriffe auf die Stadt, in der einmal 200.000 Menschen wohnten, geflogen. Hunderte Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

Für ihre Anklage haben die Menschenrechtler 112 Augenzeugen aus Rakka interviewt:

Ein Sprecher der US-Koalition wies die Vorwürfe als "absurd und grob fehlerhaft" zurück. Es gebe hohe Standards bei der Auswahl der Waffen und Ziele. Wenn ein Feind bekämpft werden müsse, der den Tod von Zivilisten als Kollateralschaden verstehe, sei es sehr schwierig, entsprechende Todesopfer vollständig zu vermeiden. (tagesschau)

Wie geht es weiter?

Amnesty forderte die US-Koalition auf, unabhängige Untersuchungen in die Wege zu leiten und die Luftschläge aufzuarbeiten. Für die Überlebenden und Hinterbliebenen soll es eine angemessene Wiedergutmachung geben. 

Auch Deutschland ist beteiligt. Die Bundeswehr lieferte Bilder aus Aufklärungsflügen, die an andere Koalitionsmitglieder für ihre Luftschläge weitergegeben wurden. Entsprechend müsste auch Deutschland seine Arbeit kritisch hinterfragen.


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